HelpClinic

Tägliche Unterstützung, in deinem Tempo

Nach dem Todesfall bleibt mehr zu tragen als die Formalitäten.

Eine Checkliste ordnet die ersten Schritte nach dem Todesfall. Doch Trauer kommt in Wellen, oft ohne Vorwarnung und lange nach der Beerdigung. Bei HelpClinic findest du dann Unterstützung im Alltag: kurze Selbsthilfe-Tools, KI-gestützte Routinen zwischen Terminen und Zugang zu einer Fachperson, wenn du mit jemandem sprechen möchtest.

Wenn eine Welle kommt

24/7
Eine Übung, um den Moment zu überstehen: in 3 Minuten
so lange dauert es
3 Min.

Du musst nicht stark sein oder „weitermachen“. Du darfst einfach durch heute kommen.

Wann es am schwersten ist

  • Wellen der Trauer
  • Leere
  • Jahrestage
  • Schlaflose Nächte
  • Abende
Du bist nicht allein
Gehe in deinem Tempo durch die Trauer

Entwickelt mit Psycholog:innen und der Medizinischen Universität Łódź.

Kurze Texte, die den Anfang leichter machen

So überstehst du eine Welle der Trauer

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Eine Trauerwelle kann dich beim Einkaufen, auf dem Heimweg, mitten in einer Schicht oder in einer stillen Wohnung treffen. Ein Lied, ein Geruch, ein leerer Platz oder ein Datum kann die Sehnsucht so stark werden lassen, dass Tränen kommen und der nächste Schritt zu groß wirkt. Du musst in diesem Moment weder erklären, warum es gerade passiert, noch den restlichen Tag bewältigen. Sage leise oder in Gedanken: „Das ist eine Welle der Trauer. Es ist gerade sehr schwer. Ich kümmere mich jetzt um die nächsten Minuten.“

Beginne mit dem, was deinen Körper trägt. Stelle beide Füße auf den Boden. Wenn das nicht geht, drücke die Handflächen gegen die Matratze, den Stuhl oder die Wand. Lehne den Rücken an und sage: „Der Boden ist unter meinen Füßen. Der Stuhl trägt mich. Ich bin in diesem Raum.“ Wenn du draußen bist, bleibe an einem sicheren Ort stehen und richte den Blick auf einen festen Punkt. Du versuchst nicht, die Trauer wegzudrücken. Du gibst deiner Aufmerksamkeit für einen Moment etwas Konkretes.

Atme ohne Anstrengung: ruhig ein und etwas länger aus. Wiederhole das sechsmal, ohne besonders tief zu atmen. Suche anschließend drei Gegenstände. Beschreibe jeden so schlicht wie möglich: „Die Tasse ist blau und steht links vom Fenster. Die Lampe ist rund. Die Jacke hängt an der Tür.“ Wenn Bilder oder Erinnerungen dazwischenkommen, beginne nicht von vorn. Kehre einfach zu dem Gegenstand zurück, den du zuletzt angesehen hast. Möchtest du den Blick nicht festhalten, benenne stattdessen, was deine Hände berühren oder welche Geräusche du gerade hörst.

Dann wähle genau eine Handlung für die nächsten zehn Minuten. Trinke Wasser, setze dich ans Fenster, wickle dich in eine Decke oder gehe in einen ruhigeren Raum. Wenn du arbeiten musst, sage: „Ich brauche kurz einen stillen Moment. Ich melde mich danach wieder.“ Plane weder den ganzen Tag noch das nächste Familiengespräch, solange die Welle am höchsten ist. Stelle dir nur die Frage: „Was macht die nächsten zehn Minuten etwas tragbarer?“ Danach entscheidest du erneut, ob du sitzen bleibst, eine kleine Aufgabe übernimmst oder jemanden kontaktierst.

Wenn Kontakt helfen könnte, mache die Bitte klein und konkret. Schreibe: „Ich habe gerade einen schweren Moment. Kannst du zehn Minuten bei mir bleiben, am Telefon oder per Nachricht?“ Oder: „Du musst nichts lösen. Bitte antworte mir nur, damit ich gerade nicht allein damit bin.“ Lebt deine Familie weit weg, nenne eine Uhrzeit, zu der ein kurzer Anruf möglich ist. Bei Schichtarbeit kannst du schreiben: „Ich bin nach meiner Schicht erreichbar. Kannst du mir dann kurz zuhören?“ Wenn Sprache eine Hürde ist, reicht eine kurze Nachricht: „Trauer ist gerade stark. Bitte bleib kurz im Chat.“

Wenn niemand antwortet, werte das nicht sofort als Ablehnung. Schicke dieselbe klare Bitte an eine weitere Person oder hinterlasse eine Nachricht für später. Wenn du allein lebst und niemand erreichbar ist, bleibe bei der körperlichen Erdung, schalte bei Dunkelheit Licht ein, trinke Wasser und wähle einen Ort, an dem du dich etwas stabiler fühlst. Dafür musst du nichts kaufen. Hast du kein Geld für zusätzliche Unterstützung, nutze zuerst das, was bereits da ist: einen Stuhl, eine Decke, Wasser, Papier und einen erreichbaren Kontakt. Bringt das keine spürbare Entlastung, wiederhole einen Schritt oder wechsle vom Atmen zum Beschreiben der Gegenstände.

Wenn die Welle nachlässt, verlange nicht sofort volle Leistung von dir. Notiere in wenigen Worten, wo du warst, was kurz davor geschah und welcher Schritt ein wenig geholfen hat. Zum Beispiel: „Im Bus, Lied gehört, Füße gespürt, Nachricht an Mara.“ Ergänze einen Satz für das nächste Mal: „Bei der nächsten Welle setze ich mich hin und schreibe Mara.“ Vor einem Jahrestag oder einem erwartbar schweren Termin kannst du diese Notiz bereitlegen und einer vertrauten Person vorher senden: „Der Tag könnte schwer werden. Darf ich mich melden, wenn eine Welle kommt?“

Professionelle Unterstützung ist der nächste Schritt, wenn du beobachtest, dass Trauerwellen deinen Alltag wiederholt unterbrechen und deine bisherigen Schritte kaum noch helfen. Achte auf Konkretes: Du sagst Schichten oder Termine immer wieder ab, lässt Essen und Trinken aus, brichst Kontakte ab oder schaffst grundlegende Aufgaben nicht mehr. Notiere Beispiele und sage: „Die Trauerwellen unterbrechen meinen Alltag. Ich brauche Hilfe dabei, damit umzugehen.“ Wenn du dich möglicherweise nicht sicher fühlst, warte nicht auf einen Rückruf und bleibe nicht bei der Erdung. Kontaktiere sofort den örtlichen Notdienst oder eine Krisenhilfe und sage: „Ich fühle mich möglicherweise nicht sicher und brauche jetzt Unterstützung.“

Jahrestage und Feiertage: sich auf schwere Tage einstellen

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Oft beginnt die Anspannung vor dem eigentlichen Tag. Eine Einladung kommt, jemand spricht eine alte Tradition an oder fragt, was du geplant hast. Vielleicht möchtest du teilnehmen und fürchtest gleichzeitig den Moment, in dem der leere Platz auffällt. Vielleicht willst du allein sein, fühlst dich damit aber ebenfalls unwohl. Auch wechselnde Wünsche gehören in den Plan. Du darfst morgens etwas anderes brauchen als am Abend und musst dich nicht frühzeitig auf eine einzige Reaktion festlegen.

Erstelle einige Tage vorher einen Minimalplan mit drei Teilen. Schreibe zuerst auf, was du gern beibehalten möchtest, zum Beispiel ein gemeinsames Essen oder einen Spaziergang. Daneben kommt, was dieses Mal wegfallen darf. In die dritte Spalte schreibst du, wer dich unterstützen könnte und wobei. Formuliere die Bitte konkret: „Kannst du mir am Vormittag kurz schreiben und fragen, wie es mir geht?“ oder „Wenn ich beim Essen still werde, bleib bitte einfach kurz bei mir.“ Wenn du noch nicht weißt, ob du teilnehmen möchtest, sage: „Ich entscheide an dem Tag, ob und wie lange ich komme.“

Wähle anschließend eine Form des Erinnerns, die zu deiner aktuellen Kraft passt. Du kannst eine Kerze anzünden, eine vertraute Strecke gehen, ein bestimmtes Gericht kochen oder bewusst auf ein Ritual verzichten. Plane eine kleinere Alternative, falls die erste Idee zu viel wird. Aus dem langen Spaziergang kann eine kurze Runde werden. Statt gemeinsam zu kochen, kannst du das Gericht nur bestellen oder ganz auslassen. Für andere kannst du vorab schreiben: „Ich möchte dieses Jahr nichts organisieren, denke aber auf meine Weise an ihn.“ Ebenso klar ist: „Bitte plant ohne mich. Ich melde mich, falls ich doch dazukommen möchte.“

Bereite für ein Treffen den Ausgang vor, bevor du hingehst. Überlege, wie du nach Hause kommst, wo du kurz allein sein kannst und welche Person dein Zeichen kennt. Ein einfacher Satz genügt: „Ich brauche jetzt eine Pause.“ Für das endgültige Gehen kannst du sagen: „Ich merke, dass es mir zu viel wird. Ich fahre jetzt nach Hause und erkläre es heute nicht weiter.“ Bitte jemanden, zu einer vereinbarten Zeit zu schreiben. Sagt die erste Person ab oder reagiert nicht, frage eine zweite Person. Wenn niemand in der Nähe wohnt, kann der Kontakt per Nachricht oder Anruf stattfinden. Wohnst du allein, lege vorher fest, wen du nach deiner Rückkehr kurz kontaktierst.

Prüfe am Morgen nicht, ob du den ursprünglichen Plan erfüllen kannst, sondern was heute tatsächlich möglich ist. Frage dich: Möchte ich Gesellschaft, Ruhe oder beides nacheinander? Was kann ich absagen? Was muss vorbereitet sein, damit ich später weniger entscheiden muss? Bei Schichtarbeit muss der schwere Abschnitt nicht auf den Kalenderabend fallen. Lege deine Pause vor oder nach die Schicht und teile einer Person mit: „Ich arbeite heute. Bitte frag mich danach nicht sofort nach Einzelheiten, sondern schreib mir erst, ob ich reden möchte.“ Wenn Geld knapp ist, wähle eine Erinnerung, die nichts kostet, etwa eine Kerze, einen Brief oder eine vertraute Strecke.

Während des Tages dürfen Antworten kurz bleiben. Auf Fragen kannst du sagen: „Ich kann gerade nicht darüber sprechen.“ Wenn jemand weiterfragt: „Ich habe meine Grenze genannt. Bitte lass das Thema jetzt.“ Bei einer Sprachbarriere schreibst du deine wichtigsten Sätze vorher in der Sprache auf, in der du dich sicher fühlst, und lässt dir beim Übersetzen helfen. Eine kurze Nachricht lässt sich leichter zeigen als eine lange Erklärung: „Heute ist ein schwerer Tag für mich. Ich brauche Ruhe.“ Oder: „Bitte bleiben Sie kurz bei mir. Ich möchte im Moment nicht allein sein.“ Wird eine Grenze nicht respektiert, musst du sie nicht besser begründen. Wiederhole den Satz, wechsle den Raum oder nutze deinen vorbereiteten Ausgang.

Lass nach einem Treffen Platz, auch wenn es besser lief als erwartet. Die Belastung kann später auftauchen. Plane deshalb keine Erklärungsgespräche direkt im Anschluss. Zu Hause kannst du zunächst festhalten, was du brauchst: Ruhe, Kontakt oder eine einfache Tätigkeit. Wenn dein erster Versuch nicht hilft, ändere nur den nächsten Schritt. Lösche weitere Termine, bitte um einen kurzen Anruf oder beende ein Gespräch mit: „Ich kann heute nicht weiterreden. Ich melde mich an einem anderen Tag.“ War das Erinnerungsritual zu schmerzhaft, darfst du es abbrechen. War das Alleinsein schwerer als gedacht, schreibe: „Ich möchte nicht viel erklären. Kannst du trotzdem eine Weile mit mir telefonieren?“

Professionelle Unterstützung solltest du anfragen, wenn du beobachtest, dass du deinen Alltag nicht mehr zuverlässig bewältigst, wiederholt nicht zur Arbeit gehen kannst, Essen oder Schlaf dauerhaft aus dem Blick geraten oder du dich nicht sicher fühlst. Notiere konkrete Veränderungen, damit du sie nicht im Gespräch zusammensuchen musst. Du kannst schreiben: „Seit dem Verlust schaffe ich meinen Alltag kaum noch. Ich brauche ein Gespräch und möchte wissen, welche Unterstützung möglich ist.“ Hast du bereits eine professionelle Ansprechperson, nimm die Notizen zum nächsten Termin mit. Suchst du einen Therapieplatz, beschreibe knapp, was im Alltag nicht mehr funktioniert. Wenn du einen Kassenplatz brauchst, schreibe das direkt in deine Anfrage. Die Einschätzung deiner Symptome und der passenden nächsten Schritte überlässt du der professionellen Ansprechperson.

Wenn alle „sei stark“ sagen und du es nicht kannst

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Vielleicht hörst du „Sei stark“ beim ersten Gespräch nach dem Verlust, bei einem Familienbesuch oder an einem Jahrestag. Die Worte können gut gemeint sein und trotzdem Druck auslösen. Vielleicht nickst du dann, wechselst das Thema oder sagst, dass es schon gehe, obwohl du eigentlich weinen, schweigen oder gehen möchtest. Traurigkeit, Wut, Erleichterung und Taubheit können sich abwechseln. Du musst der anderen Person weder erklären noch beweisen, warum du gerade nicht so reagieren kannst, wie sie es erwartet.

Bevor du antwortest, frage dich, was die nächste Zeit etwas leichter machen würde. Brauchst du jemanden, der zuhört, praktische Hilfe, Ruhe oder Gesellschaft ohne Gespräch? Wenn du dich nicht entscheiden kannst, beginne mit dem, was gerade am dringendsten ist: „Ich kann im Moment nicht erklären, wie es mir geht. Bitte bleib einfach kurz bei mir.“ Auch eine vorläufige Grenze reicht: „Heute möchte ich darüber nicht sprechen. Ich melde mich, wenn ich reden kann.“

Formuliere anschließend eine Bitte, die wenig Raum zum Raten lässt. Zum Zuhören kannst du sagen: „Bitte hör mir einfach zu, ohne mich aufzumuntern.“ Für Gesellschaft passt: „Kannst du eine Weile bei mir sitzen? Wir müssen nicht reden.“ Wenn der Alltag zu viel ist, schreibe: „Ich schaffe den Einkauf heute nicht. Kannst du ihn übernehmen?“ Möchtest du allein sein, sage: „Ich brauche jetzt Ruhe. Bitte nimm es nicht persönlich, wenn ich später antworte.“ Wähle zunächst eine Bitte. Mehr musst du in diesem Moment nicht organisieren.

Du kannst die Bitte aussprechen, als Nachricht senden oder als Sprachnachricht aufnehmen. Bei Schichtarbeit kann eine Nachricht ohne feste Antwortzeit besser passen: „Ich arbeite zu anderen Zeiten als du. Schreib mir bitte, wann du erreichbar bist. Ich antworte, sobald ich kann.“ Wenn Reden gerade nicht geht, kündige das vorher an: „Ich möchte Kontakt, aber ich schaffe kein Gespräch. Schick mir bitte einfach ein Zeichen, dass du meine Nachricht gelesen hast.“ So bleibt die Verbindung bestehen, ohne dass du sofort passende Worte finden musst.

Manche Menschen reagieren trotzdem mit weiteren Trostsätzen, Fragen oder Ratschlägen. Wiederhole dann denselben Satz, statt eine längere Begründung zu suchen: „Ich weiß, dass du helfen willst. Aufmunterung hilft mir heute nicht.“ Falls die Person weiterdrängt, kannst du deutlicher werden: „Ich möchte dieses Gespräch jetzt beenden. Wir können später noch einmal schreiben.“ Legt sie dir erneut nahe, stark zu sein, antworte: „Heute tue ich nicht so, als wäre alles gut.“ Danach darfst du auflegen, gehen oder Benachrichtigungen vorübergehend ausschalten.

Wenn du allein wohnst oder keine Familie in der Nähe hast, bitte um Kontakt, der keine Anfahrt verlangt: „Kannst du am Telefon bleiben, während ich etwas esse?“ oder „Schreib mir heute bitte noch einmal, auch wenn ich nicht gleich antworte.“ Fehlt dir Geld, bitte um etwas, das keine Ausgabe voraussetzt, etwa einen Anruf, einen Spaziergang oder Hilfe bei einer kleinen Aufgabe zu Hause. Bei einer Sprachbarriere darf die Nachricht sehr einfach sein: „Ich trauere. Sprechen ist gerade schwer. Bitte stell mir nur eine Frage nach der anderen.“ Du kannst auch in der Sprache schreiben, in der du deine Gefühle am leichtesten ausdrücken kannst, und um eine kurze Antwort bitten.

Vereinbare mit einer verlässlichen Person ein einfaches Signal für Momente, in denen ganze Sätze zu viel sind. Ein Punkt kann bedeuten: „Ich brauche Gesellschaft.“ Ein bestimmtes Wort kann heißen: „Bitte ruf mich an.“ Klärt vorher, was die Person nach dem Signal tun soll. Reagiert sie nicht, versuche den nächsten vereinbarten Kontakt, statt dieselbe Nachricht immer wieder zu erklären. Du kannst schreiben: „Du warst gerade nicht erreichbar. Ich frage deshalb jemand anderen. Wir sprechen später.“ Wenn niemand antwortet, lege für den nächsten Versuch eine fertige Nachricht bereit.

Beziehe professionelle Unterstützung ein, wenn du beobachtest, dass grundlegende Dinge wiederholt ausfallen, etwa aufstehen, essen, trinken, Körperpflege, Arbeit oder vereinbarte Termine. Das gilt auch, wenn du dich von allen Kontakten zurückziehst, dich nicht sicher halten kannst oder daran denkst, dir etwas anzutun. Du musst deinen Zustand dafür nicht selbst einordnen. Schreibe einer professionellen Ansprechperson: „Meine Trauer beeinträchtigt gerade meinen Alltag. Ich schaffe grundlegende Dinge nicht zuverlässig und brauche Unterstützung. Können wir besprechen, was jetzt zu tun ist?“ Hast du noch keinen solchen Kontakt, bitte eine vertraute Person konkret: „Ich kann die Suche gerade nicht allein übernehmen. Bitte hilf mir, professionelle Unterstützung zu finden und die erste Nachricht zu schreiben.“

Schlaflose Nächte der Trauer: sanft durch den Abend

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Manche Abende beginnen ruhig und kippen, sobald die Wohnung still wird. Bilder vom Verlust tauchen auf, Gesprächsfetzen wiederholen sich oder ein Jahrestag rückt näher. Vielleicht bist du erschöpft, wirst beim Zubettgehen aber plötzlich wach. Vielleicht schläfst du kurz ein und denkst danach nur noch: „Morgen muss ich funktionieren.“ Zur Trauer kommt der Druck, sofort schlafen zu müssen. Nimm an solchen Abenden nicht die ganze Nacht in Angriff. Kümmere dich nur um den nächsten kleinen Schritt.

Beginne dreißig Minuten vor dem Bett. Dimme zuerst das Licht. Lege dann Nachrichten und alles, was eine Antwort verlangt, außer Reichweite. Stelle Papier und Stift bereit und wähle schon jetzt etwas Ruhiges für den Fall, dass du später wieder aufstehst. So musst du nachts keine Entscheidung treffen. Wenn eine feste Uhrzeit zusätzlichen Druck macht, knüpfe die Abfolge an das Ende deiner letzten Aufgabe: Küche verlassen, Licht dimmen, Gedanken notieren, ins Bett gehen.

Schreibe auf, was gerade kreist, ohne es zu erklären oder zu ordnen. Ein Satz genügt: „Heute beschäftigt mich besonders, dass …“ Ergänze: „Darauf komme ich morgen zurück.“ Liegt ein Gespräch vor dir, notiere die erste Frage, die du stellen möchtest. Nach einem schwierigen Gespräch kannst du festhalten: „Diesen Satz habe ich gehört, und er wirkt noch nach.“ Klappe das Blatt anschließend zu oder lege es umgedreht hin. Du vertagst das Thema, statt eine Lösung für die Nacht zu verlangen.

Im Bett legst du eine Hand auf Brust oder Bauch. Atme sechsmal ruhig und lass die Ausatmung jeweils etwas länger werden. Lockere danach in derselben Reihenfolge Stirn, Kiefer, Schultern und Hände. Du kannst leise sagen: „Für diesen Moment liege ich hier. Mehr muss ich gerade nicht tun.“ Wenn Zählen dich unruhiger macht, hör damit auf und bleibe nur bei der sanften Ausatmung. Wird eine Körperstelle nicht locker, kämpfe nicht dagegen. Bemerke die Spannung und gehe zur nächsten Stelle weiter.

Kehrt eine Erinnerung zurück, benenne sie möglichst schlicht: „Diese Erinnerung ist bei mir.“ Vielleicht passt auch: „Ich vermisse dich, und jetzt ist Nacht.“ Versuch nicht, das Bild zu Ende zu denken oder es mit Kraft wegzudrücken. Richte die Aufmerksamkeit kurz auf einen konkreten Kontaktpunkt, etwa die Hand auf deinem Körper oder das Gewicht der Decke. Dann kehre zum Ausatmen zurück. Kommt dieselbe Erinnerung wieder, wiederhole denselben Satz. Du brauchst für jede Welle keine neue Antwort.

Wächst nach einer Weile die Frustration, stehe auf. Geh an einen schwach beleuchteten Ort und wähle nur eine ruhige, wenig fordernde Beschäftigung: einige Buchseiten, ein warmes koffeinfreies Getränk oder leise Musik. Prüfe nicht ständig die Uhr. Sobald du Schläfrigkeit bemerkst, geh zurück ins Bett und beginne dort wieder mit der Hand auf Brust oder Bauch. Funktioniert auch der zweite Versuch nicht, wiederhole die Abfolge. Verkürze sie, wenn Entscheidungen dich anstrengen: Licht, Getränk, Musik, Bett.

Wenn du allein lebst, lege Buch, Getränk und Notizzettel schon am Abend bereit. Fehlt Familie in der Nähe, kannst du vor deiner Ruhephase einer vertrauten Person schreiben: „Heute ist die Trauer abends stark. Du musst nichts lösen. Kannst du mir morgen kurz schreiben?“ Bei Schichtarbeit zählt nicht die Uhrzeit, sondern die Reihenfolge vor deiner tatsächlichen Schlafzeit. Wenn Geld knapp ist, nutze, was bereits da ist: eine Lampe, Papier, Wasser, ein bekanntes ruhiges Musikstück. Bei einer Sprachbarriere darf die Nachricht kurz sein: „Heute ist schwer. Bitte melde dich morgen.“ Für ein Gespräch mit einer Fachperson kannst du den Satz in deiner bevorzugten Sprache vorbereiten und zeigen.

Sprich mit einer ärztlichen oder psychologischen Fachperson, wenn die Schlafprobleme anhalten oder deinen Tag stark beeinträchtigen. Beobachtbar ist das zum Beispiel, wenn du Termine oder notwendige Aufgaben wiederholt nicht schaffst, dich vor dem Zubettgehen fürchtest oder die nächtliche Anspannung kaum noch unterbrechen kannst. Du kannst sagen: „Seit dem Verlust schlafe ich schlecht. Nachts passiert Folgendes: … Tagsüber merke ich: … Was soll ich als Nächstes tun?“ Wirst du beim ersten Versuch nicht verstanden, lies den Satz vor oder gib ihn schriftlich ab. Bei einer Sprachbarriere ergänze: „Bitte sprechen Sie langsam und in kurzen Sätzen.“ Notiere danach, was vereinbart wurde und welche Frage noch offen ist.

Hilfe bei der Trauerbewältigung, die du heute nutzen kannst

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Trauer kann mitten in einer gewöhnlichen Aufgabe plötzlich wieder sehr stark werden. Vielleicht schaffst du morgens noch den Weg zur Arbeit und kannst abends keine Nachricht mehr beantworten. Vielleicht wirken andere längst wieder unbeschwert, während für dich ein Jahrestag, ein bestimmter Ort oder ein leerer Platz alles verändert. Dann musst du nicht den ganzen Alltag auf einmal ordnen. Entscheide nur, wobei du heute Unterstützung brauchst: bei einem Gespräch, bei einer praktischen Aufgabe oder bei der Suche nach einer Fachperson.

Wähle für den ersten Kontakt nur eine Möglichkeit. Suche nach „Trauerbegleitung“ und deinem Ort, rufe einen ambulanten Hospizdienst an oder frage nach einer Trauergruppe. Eine psychotherapeutische Sprechstunde kommt ebenfalls infrage. Schreibe vorher einen Satz auf, damit du im Gespräch nicht alles erklären musst: „Seit dem Verlust komme ich im Alltag kaum zurecht. Gibt es ein Gespräch oder eine Gruppe für Trauernde?“ Ergänze nur, ob du lieber allein sprechen oder zunächst eine Gruppe kennenlernen möchtest.

Lege vor dem Anruf deinen Kalender, etwas zum Schreiben und drei kurze Angaben bereit: wann du erreichbar bist, ob du persönlich kommen kannst und was gerade am schwersten ist. Wenn niemand abnimmt, hinterlasse diese Nachricht: „Ich suche eine Trauerbegleitung und bitte um einen Rückruf. Sie erreichen mich am besten zu dieser Zeit: …“ Kommt keine Antwort, versuche denselben Kontakt erneut oder wähle den nächsten. Bitte eine vertraute Person, während des Anrufs neben dir zu sitzen, wenn du beim Sprechen den Faden verlierst.

Bis zu einem Termin teilst du den Tag in kleine Abschnitte. Schreibe nur die nächste notwendige Aufgabe auf, etwa duschen, etwas essen oder eine Nachricht beantworten. Lege den übrigen Zettel außer Sicht. Für einen schweren Tag oder einen Jahrestag kannst du vorher festlegen, wen du kontaktierst und welche Aufgabe warten darf. Sende bei Bedarf: „Heute ist ein schwieriger Tag. Kannst du mich um 18 Uhr anrufen und zehn Minuten bei mir bleiben?“ Für praktische Hilfe passt: „Ich brauche heute Unterstützung. Kannst du mich beim Anruf begleiten oder für mich mitkommen?“

Wenn du allein lebst oder keine Familie in der Nähe hast, denke auch an eine vertraute Person aus deinem weiteren Umfeld. Du kannst schreiben: „Meine Familie ist nicht hier. Könntest du heute kurz mit mir telefonieren oder mich morgen an eine Mahlzeit erinnern?“ Bei Schichtarbeit nennst du im ersten Kontakt konkrete Zeiten, zu denen ein Rückruf möglich ist. Wenn Geld fehlt, frage vor einer Zusage: „Entstehen für mich Kosten, und gibt es eine Möglichkeit ohne eigene Zahlung?“ Wenn Deutsch für dich schwierig ist, sage: „Ich kann meine Trauer in dieser Sprache nur schwer beschreiben. Ist ein Gespräch in meiner Sprache möglich, oder darf mich eine vertraute Person unterstützen?“

Ein erstes Angebot darf unpassend sein. Vielleicht ist die Gruppe zu groß, die Person spricht zu schnell oder du fühlst dich nach dem Gespräch nicht verstanden. Sage dann: „Dieses Angebot passt für mich nicht. Können Sie mir eine andere Trauerbegleitung oder eine Gruppe in meiner Nähe nennen?“ Bitte den ambulanten Hospizdienst, Caritas oder Diakonie ausdrücklich um eine andere Möglichkeit. Falls eine psychotherapeutische Sprechstunde eine weitere Suche empfiehlt, kannst du fragen: „Ich suche einen Therapieplatz. Können Sie mir erklären, wie ich nach einem Kassenplatz frage?“

Beobachte konkrete Veränderungen im Alltag. Sagst du Termine wiederholt ab, gehst du nicht zur Arbeit oder zu deiner Schicht, lässt du Körperpflege und Mahlzeiten aus oder beantwortest du wichtige Nachrichten kaum noch, vereinbare einen Termin beim Hausarzt oder direkt eine psychotherapeutische Sprechstunde. Dafür brauchst du keine Überweisung. Wenn dir das Vereinbaren nicht gelingt, sende: „Ich schaffe den Anruf gerade nicht allein. Bitte bleib dabei, während ich den Termin mache.“ Lebst du allein, notiere abends kurz, was du geschafft und was du ausgelassen hast. So kannst du der Fachperson konkrete Beispiele nennen.

HelpClinic kann dich im Alltag mit Selbsthilfe Tools, von KI geführten Routinen zwischen Gesprächen und dem Zugang zu einer Fachperson unterstützen. Du kannst dort Gefühle benennen, einen Anruf vorbereiten oder nach einem Gespräch festhalten, was du weiter klären möchtest. HelpClinic beschäftigt keine Ärzte, betreibt keine Klinik und ist keine Therapie oder Behandlung. Der KI Begleiter ist kein Therapeut und keine Krisenhilfe. Wenn du Suizidgedanken hast, nutze sofort die Krisenhilfe aus dem Kontaktblock; bei unmittelbarer Gefahr den Notruf.

Nach der Checkliste bleibt die Trauer. Hilfe kann jeden Tag da sein

Eine Checkliste für den Todesfall kann dir helfen, die ersten Aufgaben nach dem Verlust einzeln anzugehen. Wenn Anrufe und Termine vorbei sind, kann die Trauer bleiben. HelpClinic bietet dir Hilfe bei der Trauerbewältigung im Alltag: mit einem kurzen Selbsthilfe-Tool für eine schwere Welle, KI-gestützten Routinen zwischen Sitzungen und Zugang zu einer Fachperson. Es ist tägliche Unterstützung und ersetzt keine Therapie oder Behandlung.

Verlauf der Trauer
Ohne ZeitplanBei manchen Menschen dauert Trauer viele Monate oder Jahre und folgt keinem festen Zeitplan.
Zwischen Terminen
Tägliche RoutineDer KI-Begleiter schlägt kurze Übungen für die kommenden Tage vor. Er ist weder Therapeut:in noch Krisendienst.
Trauergruppe
Vor OrtNach einer Trauergruppe kannst du bei einer örtlichen Beratungsstelle von Caritas oder Diakonie fragen.

„Ich suchte niemanden, der meine Trauer repariert. Ich suchte etwas, das mir hilft, durch heute Abend zu kommen.“

Von der ersten Welle zu einer sanften Rückkehr ins Leben

Sag uns, wie heute ist

Ein paar sanfte Fragen, ohne Wertung, damit die Unterstützung zu dem passt, was du gerade trägst.

Sanfte Werkzeuge

Fundierte Atemübungen, Journaling-Impulse sowie Techniken aus KVT und ACT, verfügbar, wenn du sie brauchst.

Eine sanfte Routine für jeden Tag

KI-gestützt wählen Algorithmen das nächste Tool und ordnen deine Routine Schritt für Schritt. Wenn die Trauerwelle zu groß wird, kannst du mit einer Fachperson sprechen.

Therapeut:in, wenn du bereit bist

Wenn Selbsthilfe nicht ausreicht, kannst du eine Einzelsitzung mit einer geprüften Fachperson buchen.

Häufig gestellte Fragen

Ersetzt HelpClinic eine Therapie?

Nein. HelpClinic bietet tägliche Unterstützung zwischen und vor den Sitzungen. Es gibt dir Werkzeuge für einen schweren Tag, und du kannst bei Bedarf eine Sitzung mit einer geprüften Fachperson buchen. In einer Krise ersetzt es keine dringende Hilfe.

Was ist der „KI-Begleiter“: ist das ein:e Therapeut:in?

HelpClinic ist KI-gestützt: Es wählt das nächste Tool aus und ordnet deine tägliche Routine. Es ist weder Therapeut:in noch Krisendienst und erkennt eine Krise möglicherweise nicht. Bei akuter Gefahr nutze die Nummern unten.

Ist es normal, dass es nach so langer Zeit noch schwer ist?

Ja. Trauer hat keinen Zeitplan. Wellen können Monate, sogar Jahre wiederkehren: an Jahrestagen, Feiertagen, bei kleinen Erinnerungen. HelpClinic drängt deine Trauer nie.

Ist das anonym und was kostet es?

Du kannst kostenlos und ohne Kartendaten beginnen. Anonym ist es nicht: Beim Anmelden gibst du einige Basisdaten an, die verschlüsselt sind und nur mit deiner Zustimmung an eine Fachperson gehen. Deine erste Einschätzung, die täglichen Tools und Hilfe für schwere Momente bleiben dauerhaft gratis. Ein optionales Abo schaltet die volle Bibliothek und Routinen frei, und menschliche Betreuung (Gruppen, 1:1-Sitzungen) kannst du buchen. Keine versteckten Kosten.

Ich will nicht „weitermachen“. Ist das etwas für mich?

Ja. Hier geht es nicht ums Vergessen oder Drängen. Es geht darum, den Verlust etwas leichter zu tragen, in deinem Tempo, einen Tag nach dem anderen.

Was hilft bei der Trauerbewältigung?

Bei der Trauerbewältigung kann es helfen, jeden Tag zur gleichen Zeit aufzustehen und mit einer vertrauten Person zu sprechen. Wenn eine Welle kommt, stell beide Füße auf den Boden und atme eine Minute lang ruhig ein und etwas länger aus. HelpClinic bietet dafür kurze Selbsthilfe-Tools und tägliche Routinen, ersetzt aber keine Therapie.

Wie lange dauert die schlimmste Trauer?

Für die schlimmste Trauer gibt es keine feste Dauer. Sehr schwere Stunden können mit ruhigeren Zeiten wechseln, und ein Jahrestag kann die Trauer wieder verstärken. Wenn du über längere Zeit kaum schlafen kannst oder dein Alltag nicht mehr gelingt, vereinbare eine psychotherapeutische Sprechstunde oder sprich mit deiner Hausarztpraxis.

Wer kann bei Trauerbewältigung helfen?

Bei der Trauerbewältigung können Trauerbegleitung, eine Selbsthilfegruppe oder ein:e Psychotherapeut:in helfen. Eine örtliche Beratungsstelle von Caritas oder Diakonie ist oft ein erster Kontakt. Für eine psychotherapeutische Sprechstunde brauchst du keine Überweisung; die Terminservicestelle 116117 kann dir einen Termin vermitteln.

Welche Trauerreaktionen sind nicht normal?

Eine harte Grenze zwischen „normal“ und „nicht normal“ gibt es bei Trauer nicht. Ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe ist wichtig, wenn du über längere Zeit kaum schläfst oder deinen Alltag nicht mehr schaffst. Bei Gedanken an Suizid oder unmittelbarer Lebensgefahr nutze sofort die Notfall- und Hilfenummern im Kontaktblock.

HelpClinic

Hast du das Gefühl, dass das Gewicht zu schwer wird?

Wenn du in akuter Gefahr bist oder an Suizid denkst, rufe jetzt die passende Nummer unten an. HelpClinic ist kein Notfall- oder Krisendienst.

Akute Gefahr (Deutschland und EU)

112

TelefonSeelsorge (Deutschland)

0800 111 0 111
Andere Länder

Österreich

Notruf: 112

TelefonSeelsorge Österreich: 142 (rund um die Uhr, kostenlos, erscheint nicht auf der Rechnung)

Das sind externe Hilfetelefone, nicht HelpClinic. Notruf und Beratungsnummer sind kostenlos, die 112 gilt in der gesamten EU. Österreich steht unten. In der Schweiz erreichst du den Notruf über 112 und die Sanität über 144; bist du in einem anderen Land, findest du die dortigen Hilfetelefone auf findahelpline.com.

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