HelpClinic

Tägliche Unterstützung bei Suchtdruck und Kontrollverlust

Wenn Alkohol, Glücksspiel oder Gaming den Alltag bestimmen, zählt der nächste Schritt.

Ob Alkohol, Drogen, Glücksspiel, Gaming, zwanghaftes Pornoschauen, Nikotin oder soziale Medien: HelpClinic unterstützt dich vor und zwischen gebuchten Terminen mit kurzen Übungen und einer täglichen Routine. Der KI-Begleiter schlägt das nächste Werkzeug vor, ist aber weder Therapeut:in noch Krisendienst. Einzelsitzungen mit einer geprüften Fachperson buchst du selbst.

Erste Hilfe bei Verlangen

24/7
Eine Übung, die den Kreislauf durchbricht: in 3 Minuten
so lange dauert es
3 Min.

Ein klarer Schritt für heute, in deinem Tempo.

Häufigste Belastungen

  • Alkohol und Drogen
  • Glücksspiel
  • Gaming
  • Pornoschauen
  • Handy und Apps
Du bist nicht allein
Beginne in deinem Tempo

Entwickelt mit Psycholog:innen und der Medizinischen Universität Łódź.

Kurze Texte, die den Anfang leichter machen

Wenn Glücksspiel, Gaming und soziale Medien den Alltag übernehmen

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Du willst nach Feierabend nur kurz eine Sportwette prüfen, eine Runde spielen oder eine Nachricht beantworten. Später sind mehrere Wetten abgeschlossen, das Spiel läuft noch oder du wechselst ohne Pause zwischen Videos und sozialen Medien. Eine Rechnung bleibt liegen, Schlaf fällt aus oder ein Treffen wird abgesagt. Vielleicht löschst du anschließend den Verlauf oder verschweigst, wie viel Zeit vergangen ist und wie viel Geld du ausgegeben hast. Solche konkreten Folgen sind ein Anlass, den Ablauf genauer anzusehen, ohne dich mit einem Etikett zu belegen.

Notiere beim nächsten Auftreten nur die Abfolge: Was geschah unmittelbar davor, welches Gerät oder Konto hast du geöffnet, wie lange blieb etwas anderes liegen und was war danach anders? Schreibe zum Beispiel: „Nach der Schicht war ich angespannt, öffnete die Wett-App und verpasste meine Verabredung.“ Oder: „Ich wollte eine Nachricht lesen und blieb bis nach meiner geplanten Schlafenszeit am Handy.“ Es geht nicht um einen Test oder eine Punktzahl. Du suchst die Stellen, an denen eine kleine vorbereitete Handlung den Ablauf unterbrechen kann.

Erschwere dann den Zugang, bevor der Drang stark wird. Melde dich von Konten ab, entferne gespeicherte Zahlungsmittel, schalte Benachrichtigungen aus und lade das Handy außerhalb des Raums, in dem du schlafen oder arbeiten willst. Lege für den schwierigen Zeitraum eine andere Tätigkeit und einen Ort fest. Wenn Geld betroffen ist, prüfe offene Ausgaben und sichere zuerst das, was du für Wohnen, Essen und laufende Verpflichtungen brauchst. Bitte eine vertraute Person, bei diesen Schritten dabeizubleiben, aber gib keine Passwörter oder Bankzugänge weiter.

Taucht der Drang auf, verschiebe die nächste Wette, Runde oder App-Öffnung um einige Minuten. Stell beide Füße auf den Boden, atme langsam aus und benenne, was gerade passiert: „Ich spüre starken Drang und möchte sofort öffnen.“ Lege das Gerät außer Reichweite und geh in einen anderen Raum oder an einen Ort, an dem der Zugang schwieriger ist. Schicke dann eine vorbereitete Nachricht: „Ich möchte gerade wetten, spielen oder weiter scrollen. Bitte bleib kurz bei mir, während ich das Gerät weglege und meinen Plan öffne.“ Entscheide erst nach diesem Abschnitt über die nächste sichere Tätigkeit.

Sag einer verlässlichen Person konkret, welche Unterstützung du brauchst. Statt „Pass bitte auf mich auf“ kannst du schreiben: „Frag mich heute nach meiner Schicht, ob ich die Wett-App geschlossen habe“ oder „Ruf mich an, bevor meine übliche Spielzeit beginnt.“ Wenn Heimlichkeit bereits eine Beziehung belastet, bleib bei überprüfbaren Tatsachen: „Ich habe Ausgaben und Spielzeit verschwiegen. Ich möchte heute offenlegen, welche Rechnung liegen geblieben ist, und professionelle Beratung vereinbaren.“ Die andere Person muss weder deine Geräte kontrollieren noch das Problem lösen.

Wenn der erste Versuch nicht funktioniert, setze dort neu an, wo du es bemerkst. Schließe die App, beende die Runde und lege das Gerät weg. Sende: „Mein erster Plan hat nicht funktioniert. Bitte bleib jetzt kurz bei mir, während ich den Zugang erneut erschwere.“ Notiere, wodurch der Zugang wieder möglich wurde, etwa durch ein zweites Gerät, gespeicherte Zahlungsdaten, Langeweile oder eine unbeantwortete Nachricht. Verändere genau diese Stelle. Ein weiterer Versuch braucht eine konkrete Anpassung, kein größeres Versprechen.

Lege den Plan auf die Zeit, in der das Muster gewöhnlich beginnt. Bei Schichtarbeit kann das nach Feierabend oder vor dem Schlafen sein, unabhängig von der Uhrzeit. Vereinbare für diesen Zeitpunkt, wenn möglich, einen Anruf oder eine Nachricht mit einer vertrauten Person oder einer Beratungsfachkraft. Schritte, die nichts kosten, sind etwa das Abmelden aus Konten, ausgeschaltete Benachrichtigungen und ein Ortswechsel. Wenn dir ein Gespräch auf Deutsch schwerfällt, kannst du vorab schreiben: „Ich verliere bei Glücksspiel, Gaming oder der Handynutzung wiederholt die Kontrolle über Zeit oder Geld und brauche Hilfe bei einem nächsten Schritt.“

Beziehe eine Fachperson ein, wenn du wiederholt mehr Zeit oder Geld einsetzt als geplant, andere Interessen und Verpflichtungen verdrängst, Folgen verheimlichst oder trotz Streit, Schulden und Schlafmangel weitermachst. Für eine Suchtberatung in der Nähe kannst du eine örtliche Suchtberatungsstelle kontaktieren; in Deutschland berät sie auf Wunsch anonym und kostenfrei, ohne Diagnose, Antrag oder Krankenversicherung. Sage beim ersten Kontakt: „Mein Verhalten nimmt immer mehr Zeit oder Geld ein, und meine bisherigen Änderungen halten nicht. Ich möchte die nächsten Schritte planen.“ HelpClinic kann dir zwischen gebuchten Terminen helfen, Auslöser und Vereinbarungen festzuhalten.

Wie du eine Welle des Verlangens überstehst, ohne nachzugeben

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Suchtdruck kann mitten in einem gewöhnlichen Moment auftauchen. Vielleicht kreisen deine Gedanken plötzlich nur noch um die Substanz oder das Verhalten. Deine Hände werden unruhig, du gehst bereits in Richtung Tür oder suchst nach einer Möglichkeit, nachzugeben. Dazu können Scham und der Satz kommen: „Jetzt ist es sowieso zu spät.“ Behandle genau diesen Moment als Startsignal für deinen Plan. Du musst nicht den ganzen Abend bewältigen. Kümmere dich zuerst um die nächsten drei Minuten.

Stell einen Timer auf drei Minuten und sag laut oder innerlich: „Das ist eine Welle des Verlangens, keine Anweisung.“ Stell beide Füße auf den Boden. Spüre nach, wo der Drang im Körper sitzt, etwa im Hals, im Bauch oder in den Händen. Beschreibe die Empfindung möglichst schlicht: „Mein Hals fühlt sich eng an. Meine Hände sind warm. Im Bauch bewegt sich etwas.“ Atme ruhig weiter. Versuche nicht, das Gefühl wegzudrücken oder sofort eine Erklärung dafür zu finden. Deine Aufgabe besteht für diesen kurzen Abschnitt nur darin, wahrzunehmen und nicht zu handeln.

Checke alle dreißig Sekunden, was sich verändert hat. Ist die Empfindung noch an derselben Stelle? Ist sie stärker, schwächer oder einfach anders? Stell dir vor, du beobachtest eine Welle, die in ihrem eigenen Tempo steigt, bricht und sinkt. Wenn der Gedanke „Ich muss jetzt“ auftaucht, ergänze ihn: „Ich habe den Gedanken, dass ich jetzt muss.“ Kommt sofort ein zweiter Gedanke, antworte genauso: „Ich habe den Gedanken, dass ich es nicht aushalte.“ Danach gehst du wieder zur nächsten Körperempfindung zurück, ohne mit dem Gedanken zu verhandeln.

Wenn der Timer endet, triff noch keine endgültige Entscheidung. Sag: „Ich verschiebe die Entscheidung um weitere zehn Minuten.“ Wechsle sofort die Umgebung. Geh an einen Ort, an dem du keinen Zugang zur Substanz oder zum Verhalten hast, und trink Wasser. Liegt der Zugang in deiner Wohnung, geh in einen anderen Bereich oder verlasse die Wohnung, wenn das für dich möglich ist. Nimm nichts mit, was den Zugang erleichtert. Setz dich dort wieder hin, spüre den Boden unter den Füßen und richte deine Aufmerksamkeit nur auf diesen nächsten Abschnitt.

Kontaktiere jetzt eine vorher gewählte Person. Du kannst anrufen oder diese Nachricht senden: „Ich habe gerade starkes Verlangen. Bitte bleib zehn Minuten bei mir und frag mich zwischendurch, wo ich bin.“ Wenn du nicht erklären möchtest, worum es geht, schreib: „Mir fällt es gerade schwer, bei meinem Plan zu bleiben. Kannst du zehn Minuten mit mir telefonieren?“ Die Person soll nicht diskutieren oder nach einer perfekten Lösung suchen. Du kannst konkret bitten: „Bitte rede mit mir über etwas Alltägliches“ oder: „Bitte bleib in der Leitung, während ich an einen Ort ohne Zugang gehe.“ Antwortet die erste Person nicht, kontaktiere die nächste vorher ausgewählte Person.

Wenn du allein lebst oder keine Familie in der Nähe hast, bereite die Kontakte und geeigneten Orte vorher vor. Eine vertraute Person muss nicht in deiner Nähe wohnen, solange sie erreichbar ist. Bei Schichtarbeit wählst du je nach Uhrzeit jemanden, der dann wahrscheinlich antworten kann, und überlegst dir einen zugangsfreien Ort für deine üblichen Arbeitszeiten. Der Plan braucht kein Geld: Timer, Ortswechsel, Wasser und eine Nachricht reichen für diesen Abschnitt. Bei einer Sprachbarriere speicherst du einen kurzen Text, den du ohne weitere Erklärung senden kannst: „Ich spreche gerade nicht gut Deutsch. Ich habe starken Suchtdruck. Bitte bleib zehn Minuten bei mir.“ Du kannst denselben Satz zusätzlich in der Sprache bereithalten, in der du dich am klarsten ausdrückst.

Bleibt das Verlangen nach dem ersten Versuch stark, bedeutet das nicht, dass du nun nachgeben musst. Beginne erneut mit einem kurzen Abschnitt: drei Minuten beobachten, die Entscheidung um zehn Minuten verschieben, die Umgebung wechseln und eine Person kontaktieren. Sag dir: „Ich entscheide nicht für den ganzen Tag. Ich entscheide für diesen Abschnitt.“ Falls du bereits angefangen hast, dich der Substanz oder dem Verhalten zu nähern, unterbrich die Vorbereitung, geh wieder an einen Ort ohne Zugang und sende: „Der erste Versuch hat nicht gereicht. Bitte bleib jetzt bei mir, während ich noch einmal Abstand schaffe.“

Beziehe medizinische Hilfe ein, wenn du beobachtest, dass du wiederholt keinen Abstand gewinnen kannst, deinen vorbereiteten Plan mehrfach nicht umsetzen kannst oder die kurzen Abschnitte nicht mehr allein überbrücken kannst. Notiere knapp, wann das Verlangen auftrat, was du getan hast und an welcher Stelle der Plan scheiterte. Damit kannst du sagen: „Ich habe wiederholt starken Suchtdruck und schaffe es mit meinem bisherigen Plan nicht, Abstand zu halten. Bitte sagen Sie mir, was ich jetzt tun soll.“ Drohen Überdosierung, schwerer Entzug oder eine andere unmittelbare Gefahr, warte nicht auf einen weiteren Timer und hole dringend medizinische oder Notfallhilfe.

Ein Abendplan für die schweren Stunden

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Schwere Abende beginnen nicht immer mit starkem Verlangen. Manchmal kommt zuerst Unruhe, Einsamkeit oder der Gedanke, dass heute eine Ausnahme möglich wäre. Vielleicht liegt Geld bereit, der übliche Ort ist auf dem Heimweg oder eine App lässt sich in wenigen Sekunden öffnen. Scham kann zusätzlich dafür sorgen, dass du niemandem schreibst. Achte deshalb auf deinen persönlichen Anfang des Kreislaufs. Das kann ein bestimmter Weg, ein leerer Kühlschrank, eine unbeantwortete Nachricht oder der Satz „Nur heute“ sein. Du musst in diesem Moment nicht den ganzen Abend lösen. Der Plan soll dir lediglich die nächste konkrete Handlung abnehmen.

Bereite den Plan vor dem Abend vor, solange Entscheidungen leichter sind. Schreibe zuerst auf, wann die schwierigen Stunden gewöhnlich beginnen und wann sie ungefähr enden. Teile diese Zeit in drei kurze Abschnitte. Gib jedem Abschnitt genau eine Tätigkeit, etwa eine Mahlzeit, eine Dusche, einen Spaziergang an einem sicheren Ort, einen Film mit jemandem oder ein Gruppentreffen. Lege fest, wo du dabei sein wirst und was du vorher brauchst. Entferne Dinge, die Konsum erleichtern. Meide den Ort, den Weg oder die App, die gewöhnlich den Kreislauf starten. Wenn du dafür deine Strecke ändern oder eine App schließen musst, erledige das, bevor der Suchtdruck einsetzt.

Ergänze zwei Regeln mit Wenn und dann. Formuliere sie so konkret, dass du sie auch unter großer Anspannung befolgen kannst: „Wenn das Verlangen so stark wird, dass ich zu verhandeln beginne, gehe ich an einen beleuchteten Ort und rufe Anna an.“ Die zweite Regel deckt den Fall ab, dass der erste Kontakt nicht erreichbar ist: „Wenn niemand antwortet, kontaktiere ich meine Gruppe oder eine Hilfeline.“ Speichere die Nummern so, dass du nicht suchen musst. Du kannst vorher diese Nachricht vorbereiten: „Mein Abend ist gerade schwierig. Bitte bleib zehn Minuten mit mir am Telefon, während ich meinen Plan beginne.“ Eine weitere mögliche Nachricht lautet: „Ich brauche gerade keine Lösung. Schreib mir bitte nur zurück und frag mich, welchen Schritt ich jetzt mache.“

Lege Wasser und Essen bereit und kläre einen sicheren Transport, damit der Plan bei größter Anspannung nicht vom Gedächtnis abhängt. Kommt der Drang, verschiebe jede Entscheidung um zehn Minuten. Atme sechsmal lang aus und beginne die erste notierte Tätigkeit. Stell dir für diese zehn Minuten nur eine kleine Aufgabe: Wasser trinken, die Mahlzeit anfangen, duschen oder den sicheren Ort aufsuchen. Markiere nach jedem Abschnitt lediglich „erledigt“ und geh weiter. Bewerte nicht dein ganzes Leben und entscheide nicht, ob der Abend bereits gelungen oder gescheitert ist. Wenn der Gedanke an Konsum zurückkommt, beginnt erneut der nächste notierte Schritt.

Manchmal reicht der erste Versuch nicht. Vielleicht verstärkt der Spaziergang die Unruhe, der Film lenkt dich nicht ab oder Anna antwortet nicht. Wechsle dann nicht sofort zu einer ungeplanten Entscheidung. Nimm die nächste vorbereitete Möglichkeit: Geh an den beleuchteten Ort, kontaktiere deine Gruppe oder die Hilfeline und sage deutlich, was du brauchst. Du kannst sagen: „Mein erster Schritt hat nicht geholfen. Das Verlangen ist noch da, und ich möchte die nächsten zehn Minuten nicht allein entscheiden.“ Falls du bereits auf dem üblichen Weg oder in der App bist, unterbrich die Handlung dort, wo du sie bemerkst. Schließe die App, ändere den Weg und öffne deinen Plan. Auch ein verspäteter Wechsel zählt als nächster Schritt.

Wenn du allein lebst oder keine Familie in der Nähe hast, sollte der Plan nicht davon abhängen, dass jemand zu dir kommt. Vereinbare stattdessen einen Anruf, einen Film mit jemandem oder den Kontakt zu deiner Gruppe. Bitte die Person vorher um eine einfache Rückfrage: „Schreib mir um neun bitte: Bist du bei deinem nächsten Schritt?“ Bei Schichtarbeit bedeutet Abend die Zeit nach deiner Schicht oder die Stunden, in denen dein persönlicher Kreislauf beginnt. Teile genau diese Zeit in drei Abschnitte, auch wenn sie morgens liegt. Wenn du kein Geld hast, wähle Tätigkeiten, für die du nichts kaufen musst, etwa duschen, vorhandenes Essen zubereiten, an einen sicheren Ort gehen oder jemanden anrufen. Sicherer Transport gehört trotzdem in die Vorbereitung. Wenn er nicht geklärt ist, plane den Abend an einem Ort, den du sicher erreichen kannst.

Bei einer Sprachbarriere helfen sehr kurze, vorbereitete Sätze. Speichere sie in der Sprache, die du im angespannten Moment verwenden kannst, und zeige oder sende sie, falls Sprechen schwerfällt. Zum Beispiel: „Ich habe gerade starkes Verlangen und brauche Hilfe, meinen Abendplan einzuhalten.“ Oder: „Bitte sprich langsam. Ich brauche jetzt den nächsten einfachen Schritt.“ Für den Kontakt mit professioneller Hilfe kannst du vorher notieren: „Abends verliere ich wiederholt die Kontrolle über meinen Plan. Ich möchte besprechen, welche Unterstützung ich brauche.“ Nimm deine Notizen mit. Darin können die Uhrzeit, der Auslöser, der erste Versuch und das stehen, was danach passiert ist. Du musst die Situation nicht mit Fachbegriffen erklären.

Beziehe professionelle Hilfe ein, wenn du an mehreren Abenden den vorbereiteten Plan nicht beginnen kannst, ihn wiederholt abbrichst oder trotz der vereinbarten Kontakte immer wieder in den gleichen Kreislauf gerätst. Weitere beobachtbare Zeichen sind, dass du Termine oder Schichten wegen dieser Abende nicht einhältst, Kontakte vollständig meidest oder deine vorbereiteten Schutzschritte bewusst entfernst. Sag dann konkret: „Mein Abendplan reicht gerade nicht. An diesen Tagen habe ich ihn abgebrochen, und das ist danach passiert. Bitte hilf mir, die nächsten Schritte festzulegen.“ Bei Gefahr von Überdosierung, schwerem Entzug, Gewalt oder einer anderen unmittelbaren Bedrohung kontaktiere sofort professionelle oder Notfallhilfe. Warte in diesem Fall nicht auf den nächsten Abschnitt des Plans und versuche nicht, die Situation allein zu beurteilen.

Zwanghaftes Pornoschauen ohne Scham genauer ansehen

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Du nimmst das Handy mit ins Bett und willst nur kurz etwas ansehen. Später sind mehrere Tabs geöffnet, du hast deine geplante Schlafenszeit verpasst oder bist am nächsten Morgen unkonzentriert. Vielleicht hast du wiederholt versucht, früher aufzuhören, den Verlauf gelöscht oder einer nahestehenden Person eine andere Erklärung gegeben. Entscheidend ist nicht, ob andere Pornografie grundsätzlich gut oder schlecht finden. Schau darauf, ob du die Kontrolle über Zeit und Häufigkeit verlierst und welche Folgen in deinem Alltag sichtbar werden.

Pornoschauen ist nicht als eigenständige Sucht klassifiziert. Auch Scham, Schuldgefühle oder moralische Ablehnung allein belegen keine Störung. Halte stattdessen beobachtbare Einzelheiten fest: Wann hast du begonnen, was wolltest du vorher tun, wann wolltest du aufhören und was blieb danach liegen? Notiere auch wiederholte erfolglose Versuche, weniger zu schauen, sowie Folgen für Schlaf, Arbeit, Sexualität oder Beziehungen. Diese Beschreibung ist keine Diagnose, sondern eine Grundlage für eine konkrete Veränderung und ein Gespräch.

Verändere für heute Abend zuerst den Zugang. Schließe offene Seiten, melde dich ab und lade das Gerät außerhalb des Schlafzimmers oder des Raums, in dem das Muster gewöhnlich beginnt. Plane für die betreffende Zeit eine klar begrenzte andere Tätigkeit und lege bereit, was du dafür brauchst. Formuliere eine einfache Regel: „Wenn ich Pornografie öffnen will, lege ich das Gerät weg, verlasse den Raum und beginne meine vorbereitete Tätigkeit.“ Du musst heute keine dauerhafte Entscheidung treffen. Die Aufgabe gilt für den nächsten schwierigen Abschnitt.

Wenn der Drang kommt, benenne ihn, ohne mit ihm zu verhandeln: „Ich habe gerade den starken Impuls, weiterzuschauen.“ Atme langsam aus und beschreibe die Körperempfindung, etwa Unruhe in den Händen oder Spannung im Bauch. Stell einen kurzen Timer und lass das Gerät außer Reichweite. Danach schreibst du einer vorbereiteten Person: „Ich will gerade in ein Muster zurückgehen, das mir nicht guttut. Kannst du kurz mit mir über etwas Alltägliches sprechen, während ich den Raum wechsle?“ Du musst der Person nicht sofort Einzelheiten nennen.

Wenn Heimlichkeit eine Beziehung belastet, bereite ein Gespräch aus Tatsache, Folge und Bitte vor. Du kannst sagen: „Ich habe wiederholt länger Pornografie angesehen, als ich wollte, und es verheimlicht. Dadurch fehlen Schlaf und Nähe. Ich möchte darüber sprechen, ohne mich zu rechtfertigen oder dir die Verantwortung zu geben.“ Ergänze eine konkrete Bitte: „Kannst du mir zuhören, während ich erkläre, was ich verändern und mit einer Fachperson besprechen will?“ Eine vollständige Offenlegung aller Inhalte ist nicht nötig, um den Kontrollverlust und seine Folgen anzusprechen.

Vielleicht öffnest du die Seite trotz deines Plans erneut oder wechselst auf ein anderes Gerät. Dann ist der Abend nicht verloren. Schließe die Seite, lege auch dieses Gerät weg und notiere, wie der Zugang wieder möglich wurde. Sende bei Bedarf: „Der erste Versuch hat nicht funktioniert. Ich möchte den Abend neu planen und brauche kurz Kontakt.“ Wenn die vorbereitete Tätigkeit nicht hilft, wechsle den Ort und wähle eine andere vorbereitete Tätigkeit. Schließe beim nächsten Versuch die konkrete Lücke im Plan, statt dir nur mehr vorzunehmen.

Lege deinen Plan auf die Zeit, in der das Muster gewöhnlich beginnt. Bei Schichtarbeit kann das nach Feierabend oder vor dem Schlafen sein, unabhängig von der Uhrzeit. Vereinbare für diesen Zeitpunkt einen Anruf oder eine Nachricht mit einer vertrauten Person; alternativ kannst du einen Termin mit einer Fachperson vorbereiten. Abmelden, das Gerät weglegen, Notizen und eine Nachricht kosten nichts. Wenn dir ein Gespräch auf Deutsch schwerfällt, kannst du schreiben: „Ich verliere beim Anschauen von Pornografie wiederholt die Kontrolle über meine Zeit. Bitte sprechen Sie langsam und schreiben Sie mir den nächsten Schritt auf.“

Sprich mit einer psychotherapeutischen Fachperson, wenn du wiederholt nicht wie geplant aufhören kannst, Versuche zur Veränderung scheitern, Schlaf oder Verpflichtungen regelmäßig leiden oder Heimlichkeit Beziehungen belastet. Beschreibe den Ablauf und die Folgen, ohne dich selbst zu diagnostizieren: „Ich verliere wiederholt die Kontrolle über Zeit und Häufigkeit und möchte das professionell besprechen.“ Für eine Psychotherapie brauchst du in Deutschland keine Überweisung; die Terminservicestelle kann bei der Suche nach einem Termin helfen. HelpClinic kann dir vor und zwischen gebuchten Terminen helfen, Gefühle zu benennen und deine Notizen für das Gespräch zu ordnen.

Ein Rückfall ist kein Versagen: Was du am nächsten Morgen tust

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Wenn du morgens aufwachst, beginne mit dem, was jetzt überprüfbar ist. Konsumierst du noch oder setzt du das riskante Verhalten fort? Beende es, sobald du das kannst. Fahre nicht und mische keine Substanzen. Lege Autoschlüssel, Bargeld oder andere leicht erreichbare Zugänge außer Reichweite. Achte darauf, ob beunruhigende Symptome auftreten. Kontaktiere dann deine behandelnde Fachperson, einen vertrauten Menschen oder eine örtliche Suchthilfe. Bei Gefahr einer Überdosierung, schwerem Entzug oder unmittelbarer Bedrohung rufe den Notdienst. Versuche nicht, selbst zu entscheiden, welche Symptome harmlos sind. Frage die Fachperson.

Die erste Nachricht darf kurz sein. Du musst noch keine vollständige Erklärung liefern. Schreibe zum Beispiel: „Ich hatte gestern einen Rückfall. Ich bin gerade zu Hause und möchte den heutigen Tag sicher planen. Kannst du mich bitte anrufen?“ An deine behandelnde Fachperson kannst du senden: „Ich hatte einen Rückfall und brauche eine Einschätzung der nächsten Schritte. Bitte sag mir, wann ich dich erreichen kann.“ Wenn Sprechen schwerfällt, lies den Satz am Telefon ab. Scham ist kein Grund, die Nachricht erst perfekt zu formulieren.

Sobald die unmittelbare Situation geklärt ist, schreibe die Abfolge auf. Beginne zwei oder drei Stunden vor dem Rückfall und bleibe bei beobachtbaren Einzelheiten: Wo warst du? Wer war dabei? Was war direkt davor passiert? Welcher Gedanke oder welches Gefühl tauchte auf? Wie kamst du an die Substanz oder zu dem Verhalten? „Nach dem Streit war ich allein, hatte Bargeld und ging an dem Laden vorbei“ zeigt mehrere Stellen, an denen du etwas verändern kannst. „Ich habe alles ruiniert“ beschreibt dagegen keine nächste Handlung. Wenn dir eine Lücke auffällt, lass sie zunächst stehen, statt eine Erklärung zu erfinden.

Wähle danach genau eine Veränderung für heute. Entferne einen konkreten Zugang, ändere einen Weg, gib Bargeld vorübergehend einer vertrauten Person oder lösche einen Kontakt, über den du leicht an das Gewünschte kommst. Bitte jemanden um einen festen Kontakt am Abend oder geh wieder zu einem Treffen. Eine passende Bitte lautet: „Kannst du mich heute um 19 Uhr anrufen und zehn Minuten bei mir bleiben? Du musst das Problem nicht lösen.“ Vereinbare professionelle Unterstützung, wenn du merkst, dass eine einzelne Änderung nicht reicht. Große Versprechen für die nächsten Monate sind heute weniger hilfreich als eine überprüfbare Abmachung für die nächsten Stunden.

Plane nun den überschaubaren Teil des Tages: die nächste Mahlzeit, eine ruhige Tätigkeit und die Zeit, zu der du schlafen möchtest. Trage jeden Punkt einzeln ein. Wenn der Suchtdruck wieder auftaucht, verschiebe die nächste Entscheidung und melde dich bei der vereinbarten Person. Du kannst schreiben: „Der Suchtdruck ist gerade wieder stark. Bitte bleib kurz am Telefon, während ich meinen nächsten Schritt mache.“ Bestrafe dich nicht durch übermäßigen Einsatz, Schlafentzug oder den Versuch, an einem Tag alles wiedergutzumachen. Kehre stattdessen zu deinem heutigen Plan zurück.

Wenn die erste Person nicht antwortet, warte nicht darauf, dass sie deine einzige Möglichkeit bleibt. Schreibe einer zweiten vertrauten Person, kontaktiere die örtliche Suchthilfe oder melde dich bei deiner behandelnden Fachperson. Wenn du den Zugang entfernt hast und ihn später wiederherstellst, entferne ihn erneut und bitte diesmal jemanden, dich dabei zu unterstützen. Wenn du wieder konsumierst oder das riskante Verhalten fortsetzt, beginne erneut mit der Sicherheitsprüfung: nicht fahren, keine Substanzen mischen, auf beunruhigende Symptome achten und Kontakt aufnehmen. Bei Gefahr einer Überdosierung, schwerem Entzug oder unmittelbarer Bedrohung rufe den Notdienst.

Passe den Plan an deine Lebenssituation an. Wenn du allein wohnst, vereinbare einen Anruf zu einer genauen Uhrzeit oder verbringe den schwierigen Zeitraum an einem Ort, an dem andere Menschen erreichbar sind. Wenn keine Familie in der Nähe lebt, kann auch ein Freund, eine Kollegin oder jemand aus einem Treffen dein Kontakt sein. Bei Schichtarbeit plane Mahlzeit, Schlaf und Rückmeldung passend zu deiner tatsächlichen Arbeitszeit. Wenn dir Geld fehlt, sag das der örtlichen Suchthilfe oder deiner Fachperson direkt: „Ich kann gerade nichts zusätzlich bezahlen. Welche Unterstützung kann ich trotzdem nutzen?“ Bei einer Sprachbarriere kannst du vorher einen kurzen Text schreiben: „Ich verstehe nicht alles. Bitte sprechen Sie langsam und schreiben Sie mir die nächsten Schritte auf.“

Beziehe eine Fachperson ein, wenn du den Konsum oder das riskante Verhalten nicht beenden kannst, Rückfälle sich wiederholen, du vereinbarte Schutzschritte mehrfach nicht einhalten kannst oder beunruhigende Symptome bemerkst. Auch anhaltender Suchtdruck, wiederholtes Fernbleiben von Arbeit oder Treffen und der Rückzug von allen erreichbaren Menschen sind konkrete Beobachtungen, die du nennen kannst. Berichte, was passiert ist, ohne selbst eine Diagnose zu stellen: „Ich hatte in kurzer Zeit mehrere Rückfälle, habe meine Absprachen nicht eingehalten und brauche Hilfe bei der Planänderung.“ Frage die behandelnde Fachperson, wie es weitergeht, und sende die Nachricht noch an diesem Tag.

Scham und Sucht: warum Verstecken es schwerer macht

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Scham taucht oft genau dann auf, wenn du Unterstützung brauchen könntest: nach einem Rückfall, vor einem Abend mit starkem Suchtdruck, nach heimlichen Ausgaben oder wenn du einer Frage ausweichst. Vielleicht löschst du Nachrichten, erfindest eine Erklärung oder wartest, bis alle schlafen. Dahinter kann der Gedanke stehen: „Wenn es jemand erfährt, werde ich abgelehnt.“ Durch das Verstecken fehlt dir ein Kontakt, den du vor dem nächsten schwierigen Moment ansprechen kannst. Teile deshalb zunächst eine konkrete Tatsache mit einer sicheren Person.

Bereite vorher eine Sicherheitskarte vor. Schreibe eine Fachperson oder professionelle Stelle sowie private Kontakte auf, die ohne Spott, Drohungen oder Missbrauch deiner Informationen zuhören. Markiere, wen du zuerst ansprichst und wer als Ersatz infrage kommt. Eine sichere Person respektiert ein Nein, verlangt keine vollständige Beichte und nutzt deine Mitteilung nicht gegen dich. Falls dir bei jemandem unwohl ist, streiche den Namen. Du schuldest dieser Person keinen Versuch.

Wähle dann eine Person und formuliere drei Sätze: Fakt, Wirkung und Bitte. Zum Beispiel: „Ich habe gestern wieder konsumiert. Aus Scham möchte ich es verstecken. Bitte sprich heute Abend mit mir und hilf mir, eine Fachperson zu kontaktieren.“ Bei heimlichen Ausgaben kannst du schreiben: „Ich habe wieder Geld dafür ausgegeben und es verschwiegen. Ich merke, dass ich mich deshalb zurückziehe. Bitte bleib kurz bei mir, während ich den nächsten Kontakt aufnehme.“ Du musst keine Einzelheiten nennen, die du gerade nicht teilen möchtest.

Entscheide, ob ein Gespräch, eine Nachricht oder eine Sprachnachricht für dich leichter ist. Schicke die Mitteilung möglichst vor dem schwierigen Moment. Ergänze eine klare Frage: „Kannst du mir bitte sagen, ob du heute erreichbar bist?“ Nach der Antwort vereinbart ihr den nächsten Kontakt und tragt ihn in den Kalender ein. Formuliere genau, was du brauchst: „Bitte melde dich nach meiner Schicht“ oder „Bitte frag mich später, ob ich die professionelle Stelle kontaktiert habe.“ So muss die andere Person deine Bitte nicht erraten.

Wenn keine Antwort kommt, sende eine kurze zweite Nachricht: „Ich brauche heute eine Rückmeldung. Falls du nicht erreichbar bist, sag mir das bitte offen.“ Wende dich danach an den Ersatzkontakt auf deiner Sicherheitskarte. Reagiert jemand wertend, spöttisch oder drohend, beende die Erklärung: „So kann ich darüber nicht sprechen. Ich suche mir jetzt andere Unterstützung.“ Suche anschließend eine andere Person, Gruppe oder professionelle Stelle. Die erste Reaktion beweist nicht, dass deine Bitte falsch war.

Lebst du allein, vereinbare Kontakte vor und nach einer Zeit, in der der Suchtdruck häufig stärker wird. Ist keine Familie in der Nähe, kann dein sicherer Kontakt auch eine verlässliche Person aus deinem Alltag, eine Gruppe oder eine professionelle Stelle sein. Bei Schichtarbeit musst du keinen üblichen Gesprächstermin erzwingen. Schreibe stattdessen: „Meine Arbeitszeiten wechseln. Wann kann ich dir eine Nachricht schicken und wann antwortest du gewöhnlich?“ Falls ein Gespräch ausfällt, lege gleich fest, wen du als Nächstes kontaktierst.

Hast du kein Geld, sprich das bei der ersten Anfrage direkt aus: „Ich kann für Unterstützung derzeit nichts bezahlen. Welche Möglichkeit kommt für mich trotzdem infrage?“ Versuche nicht, die Kostenfrage aus Scham zu verbergen. Bei einer Sprachbarriere kannst du deine drei Sätze vorher schriftlich vorbereiten und um einfache Antworten bitten: „Deutsch ist für mich schwierig. Bitte antworte in kurzen, klaren Sätzen.“ Eine vertraute Person kann dir beim Formulieren helfen, ohne dass du ihr alle Einzelheiten erzählen musst.

Beziehe eine Fachperson oder professionelle Stelle ein, wenn du Rückfälle, Konsum, Ausgaben oder dein Verhalten wiederholt verheimlichst, vereinbarte Kontakte absagst oder trotz deiner Sicherheitskarte niemanden ansprichst. Ein weiterer beobachtbarer Anlass ist, dass der Suchtdruck so viel Raum einnimmt, dass vorbereitete Schritte regelmäßig liegen bleiben. Notiere für die Anfrage, was passiert ist, wann du Unterstützung gesucht hast und was bisher nicht funktioniert hat. Du kannst sagen: „Ich schaffe es gerade nicht, das mit privaten Kontakten abzufangen. Ich brauche eine professionelle Einschätzung und einen nächsten Schritt.“

Befürchtest du Gewalt, Überdosierung, schweren Entzug oder Selbstverletzung, kontaktiere dringend professionelle oder Notfallhilfe. Versuche nicht, selbst zu beurteilen, wie gefährlich die Situation ist, sondern frage die professionelle oder Notfallhilfe. Sage direkt: „Ich brauche jetzt Hilfe. Ich befürchte, dass es um Gewalt, Überdosierung, schweren Entzug oder Selbstverletzung geht.“ Bist du allein oder fehlen dir Worte, lies diesen Satz vor oder sende ihn als Nachricht und teile mit, wo du gerade bist.

Was dir eine Suchtberatung online konkret bringt

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Vielleicht hast du die Beratungsseite schon mehrmals geöffnet und wieder geschlossen. Du weißt, dass dein Konsum oder Spielen Folgen hat, schämst dich aber oder willst im Gespräch nichts falsch sagen. Eine Suchtberatung online kann dann ein erster Kontakt sein, besonders wenn ein Termin vor Ort gerade zu viel ist oder nicht zu deinem Alltag passt. Du schilderst, was passiert, und klärst mit einer Beratungsfachkraft den nächsten sinnvollen Schritt. Medizinische Entgiftung, Psychotherapie oder Krisenhilfe ersetzt sie nicht.

Öffne zuerst DigiSucht oder die Website einer örtlichen Suchtberatungsstelle von Caritas, Diakonie oder AWO. Prüfe dort, wie du Kontakt aufnehmen kannst und welche Angaben im ersten Schritt verlangt werden. Wähle den Weg, den du tatsächlich nutzen kannst. Wenn du im Schichtdienst arbeitest, frage: „Kann ich mein Anliegen schriftlich schicken und antworten, wenn ich frei habe?“ Wenn du kein Geld ausgeben kannst, kläre vorab: „Entstehen mir Kosten?“ Fällt dir Deutsch schwer, schreibe: „Ich verstehe nicht alles auf Deutsch. Wie kann ich mein Anliegen möglichst klar mitteilen?“

Bevor du schreibst, notiere kurz: Was ist passiert, wann war es zuletzt, welche Folgen spürst du gerade und wobei brauchst du zuerst Hilfe? Du musst deine ganze Geschichte nicht auf einmal erzählen. Ein möglicher Anfang lautet: „Ich mache mir Sorgen, weil ich meinen Konsum oder mein Spielen nicht mehr gut steuern kann. Am dringendsten sind gerade der Suchtdruck und die Folgen für meine Arbeit. Ich möchte wissen, was mein nächster Schritt sein kann.“ Falls du unsicher bist, bleib bei Beobachtungen statt bei einer eigenen Diagnose.

Schicke die Nachricht auch dann ab, wenn sie noch nicht vollständig wirkt. Ergänze, wie du erreichbar bist und was im Moment machbar ist: „Wegen meiner Schichten kann ich nicht immer telefonieren. Bitte schreiben Sie mir zuerst.“ Oder: „Ich wohne allein und habe keine Familie in der Nähe. Ich brauche einen Schritt, den ich heute selbst beginnen kann.“ Wenn eine Frage zu persönlich wirkt, kannst du schreiben: „Darüber kann ich gerade noch nicht ausführlich sprechen. Können wir mit dem dringendsten Punkt anfangen?“

Nach dem Absenden kann der Suchtdruck trotzdem wiederkommen. Nutze HelpClinic in dieser Zeit, um das Gefühl zu benennen, Gedanken zu sortieren und die nächste kurze Handlung festzuhalten. Du kannst dort zum Beispiel formulieren: „Gerade spüre ich Suchtdruck. Für den Moment möchte ich nichts entscheiden, sondern zuerst aufschreiben, was ihn ausgelöst hat.“ Wenn du eine vertraute Person hast, sende: „Mir fällt der Abend gerade schwer. Kannst du kurz bei mir bleiben oder mir später schreiben?“ Hast du niemanden in der Nähe, halte deine Notiz für die Beratungsfachkraft bereit.

Wenn der erste Versuch nicht weiterhilft, prüfe, woran es lag. Konntest du das Formular nicht abschicken, blieb eine Antwort aus oder war sie zu allgemein? Schreibe konkret nach: „Ich habe bereits Kontakt aufgenommen. Meine dringendste Frage ist, was ich bei starkem Suchtdruck als Nächstes tun soll. An wen kann ich mich dafür wenden?“ Kommst du online weiterhin nicht weiter, wähle eine örtliche Suchtberatungsstelle oder dein Gesundheitsamt und bitte um ein Gespräch mit einer Fachperson. Falls ein Termin vor Ort nicht zu deinem Alltag passt, frage, welcher Kontaktweg für dich möglich ist.

Nach einem Gespräch musst du nicht alles im Kopf behalten. Schreibe auf, was als nächster Schritt vereinbart wurde, was du vorbereiten sollst und welche Frage offen ist. Für eine Rückfrage kannst du senden: „Ich habe verstanden, dass mein nächster Schritt dieses Gespräch ist. Ich bin unsicher, was ich vorher notieren soll. Können Sie mir das noch einmal sagen?“ HelpClinic kann dir helfen, diese Notizen im Alltag griffbereit zu halten und ein Gespräch vor oder nachzubereiten. Der KI-Begleiter ist kein Therapeut, keine Suchtberatung und kein Krisendienst.

Beziehe eine Fachperson ein, wenn du beobachtest, dass du Absprachen mit dir selbst wiederholt nicht einhältst, Schichten versäumst, Schulden zunehmen oder die Belastung deiner Familie größer wird. Du kannst sagen: „Ich versuche es allein, aber mein Konsum oder Spielen bestimmt immer mehr meinen Alltag. Ich brauche eine fachliche Einschätzung des nächsten Schritts.“ Wenn du nach einer Veränderung deines Konsums körperliche Beschwerden bemerkst, beschreibe sie einer Fachperson und frage, was du tun sollst. Bei schwerem Entzug, Überdosierung oder unmittelbarer Gefahr brauchst du dringend medizinische oder Notfallhilfe.

Was dich in der Beratungsstelle Sucht und Prävention erwartet

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Vielleicht nimmst du dir morgens vor, heute weniger zu trinken, keine Drogen zu nehmen oder ein bestimmtes Verhalten zu lassen. Am Abend ist der Suchtdruck stärker. Danach kommen Scham, Ausreden oder der Versuch, Folgen zu verbergen. Vielleicht gab es Streit, einen verpassten Termin oder ungeplante Ausgaben. Eine Beratungsstelle Sucht und Prävention hilft dir, riskanten Konsum oder süchtiges Verhalten einzuordnen und nächste Schritte zu planen. Sie berät auch Angehörige und erklärt, welche Angebote vor Ort infrage kommen. Sie ist weder Entgiftungsstation noch Psychotherapie. Du kannst dich melden, auch wenn du noch nicht weißt, ob dein Verhalten eine Sucht ist.

Bereite den ersten Kontakt mit drei kurzen Notizen vor: Was ist zuletzt passiert? Welche Folgen bemerkst du? Was möchtest du als Nächstes vermeiden? Für einen Anruf oder eine Nachricht reicht: „Ich verliere die Kontrolle über Alkohol, Drogen oder ein Verhalten und brauche Orientierung. Zuletzt ist Folgendes passiert: ... Ich möchte besprechen, was ich jetzt tun kann.“ Wenn dir das Wort Sucht zu groß vorkommt, sag: „Ich bin unsicher, wie ich mein Verhalten einordnen soll, aber ich merke Folgen und möchte darüber sprechen.“

Im ersten Gespräch gehst du in zeitlicher Reihenfolge vor: Was war vorher los, was hast du dann getan, was geschah danach? Bleib bei Dingen, die du beobachtet hast, etwa Kontrollverlust, verpassten Verpflichtungen, Streit oder Ausgaben. Wenn du ins Stocken gerätst, lies deine Notizen vor: „Es fällt mir schwer, das zu sagen. Ich lese deshalb kurz vor, was ich aufgeschrieben habe.“ Bitte am Ende um einen konkreten nächsten Schritt und prüfe, ob du ihn richtig verstanden hast: „Was soll ich zuerst tun, und an wen wende ich mich dafür?“

Suchst du für eine andere Person, beschreibe deine Beobachtung statt einer vermuteten Diagnose: „Mir ist aufgefallen, dass du Termine verpasst und dich nach dem Konsum zurückziehst. Ich mache mir Sorgen und möchte wissen, wie ich dich ansprechen kann.“ Vermeide im ersten Satz Druck oder Drohungen. Lehnt die Person Hilfe ab, kannst du die Beratungsstelle trotzdem fragen, wie du den nächsten Kontakt vorbereitest und welche Grenze du klar benennen kannst.

Kommt der erste Kontakt nicht zustande, versuche es erneut oder nutze einen anderen Kontaktweg, den die Stelle anbietet. Notiere, wann du gut erreichbar bist. Wenn du schon ein Gespräch hattest, der vereinbarte Schritt aber nicht funktioniert hat, melde dich wieder und sag genau das: „Der Plan hat nicht geklappt. Der Suchtdruck war stärker, und ich habe den nächsten Schritt nicht geschafft. Können wir eine kleinere oder besser passende Möglichkeit besprechen?“ Ein Rückfall oder ein abgebrochener Versuch ist ein Anlass für einen neuen Kontakt, nicht für eine geschönte Darstellung.

Wenn du allein lebst oder keine Familie in der Nähe hast, sag: „Ich habe vor Ort niemanden, der mich begleiten kann. Bitte planen wir einen Schritt, den ich allein beginnen kann.“ Bei Schichtarbeit nennst du deine erreichbaren Zeiten und fragst nach einem passenden Kontaktweg. Wenn du kein Geld hast, formuliere es direkt: „Ich kann derzeit nichts bezahlen. Welche der von Ihnen genannten Möglichkeiten kommen für mich infrage?“ Bei einer Sprachbarriere kannst du deinen ersten Satz schriftlich vorbereiten und fragen: „Ich kann mich auf Deutsch nicht sicher ausdrücken. Wie können wir das Gespräch so führen, dass ich die nächsten Schritte verstehe?“ Wenn du eine vertraute Person einbeziehen möchtest, kläre vorher mit der Stelle, ob und wie das möglich ist.

Wenn ein körperlicher Entzug nötig sein könnte, versuche nicht, diese Frage selbst zu entscheiden. Sag der Beratungsstelle: „Ich weiß nicht, ob ein körperlicher Entzug nötig sein könnte. Bitte erklären Sie mir, ob mein nächster Weg zum Hausarzt oder ins Krankenhaus führt.“ Die Beratungsstelle klärt diesen Weg mit dir, eine Entgiftung gehört in medizinische Hände. Für eine Entwöhnung oder Reha kommen eine Fachklinik und häufig die Deutsche Rentenversicherung infrage. Frage konkret: „Wer ist für meinen nächsten Schritt zuständig, und was soll ich beim ersten Kontakt sagen?“

Beziehe eine Beratungsstelle spätestens ein, wenn du wiederholt die Kontrolle verlierst, Absprachen nicht einhältst, Termine verpasst, Folgen verheimlichst oder trotz Streit und anderer Belastungen weitermachst. Auch ein wiederkehrender Wechsel aus Vorsätzen, Suchtdruck und Scham ist etwas, das du genau so schildern kannst: „Ich nehme mir regelmäßig eine Veränderung vor und schaffe es allein nicht. Die Folgen werden in meinem Alltag sichtbar.“ Bei körperlichen Beschwerden oder der Sorge vor einem Entzug fragst du den Hausarzt oder die Beratungsstelle nach dem richtigen medizinischen Weg. Bei akuter Überdosierung, schwerem Entzug oder unmittelbarer Gefahr wartest du nicht auf Beratung, sondern holst sofort medizinische oder Notfallhilfe.

Wenn Konsum oder ein Verhalten immer mehr Raum einnimmt

Der Konsum von Alkohol, Drogen oder Nikotin und Verhaltensweisen wie Glücksspiel, Gaming, zwanghaftes Pornoschauen, Handy oder soziale Medien können Zeit, Geld und Aufmerksamkeit kosten. Vielleicht verlierst du die Kontrolle, machst trotz Folgen weiter, verheimlichst etwas oder lässt andere Interessen liegen.

HelpClinic ergänzt Therapie, Behandlung und ärztliche Begleitung, ersetzt sie aber nicht. Vor und zwischen gebuchten Terminen kannst du kurze Atem-, Schreib-, KVT- und ACT-Übungen nutzen. Der KI-Begleiter schlägt das nächste Werkzeug vor und baut eine tägliche Routine auf; Einzelsitzungen mit einer geprüften Fachperson buchst du selbst.

Alkohol
400 Mio.Menschen weltweit leben mit einer Alkoholkonsumstörung: 7% der Menschen ab 15 Jahren
Zwischen Terminen
Tägliche RoutineDer KI-Begleiter schlägt kurze Übungen für die kommenden Tage vor. Er ist weder Therapeut:in noch Krisendienst.
Behandlung
1 von 12Menschen mit Drogenkonsumstörungen weltweit erhielten 2024 eine Behandlung (World Drug Report 2026)

„Ich brauchte keine weitere App zum Tagezählen. Ich brauchte etwas, das mir hilft, durch heute Abend zu kommen.“

Vom ersten Signal zu dauerhafter Veränderung

Beginn mit kurzem Check-in

Sag uns, was dich heute trifft: Verlangen, Scham, ein einsamer Abend. Vertraulich und in deinem Tempo.

Tools für den schweren Moment

Fundierte Atemübungen, Journaling-Impulse sowie Techniken aus KVT und ACT, verfügbar, wenn du sie brauchst.

Tägliche Routinen, Schritt für Schritt

KI-gestützt wählt HelpClinic das nächste Werkzeug aus und ordnet deine tägliche Routine. Bei Bedarf kannst du mit einer Fachperson sprechen.

Gespräch mit Therapeut:in, wenn du willst

Wenn Selbsthilfe nicht ausreicht, kannst du eine Einzelsitzung mit einer geprüften Fachperson buchen.

Häufig gestellte Fragen

Ersetzt HelpClinic Therapie oder Entzug?

Nein. HelpClinic bietet tägliche Unterstützung zwischen und vor den Sitzungen. Es gibt dir Werkzeuge für den Moment, und du kannst bei Bedarf eine Sitzung mit einer geprüften Fachperson buchen. In einer lebensbedrohlichen Situation ersetzt es keine Behandlung.

Was ist der „KI-Begleiter“: ist das ein:e Therapeut:in?

Die KI-Begleitung wählt das nächste Werkzeug aus und ordnet deine tägliche Routine. Das ersetzt weder Therapeut:in noch Krisendienst und erkennt eine Krise möglicherweise nicht. Bei akuter Gefahr nutze die Nummern unten.

Ist das anonym?

Nein. Du meldest dich selbst mit einigen Basisdaten an, für einen Termin bei einer Fachperson braucht es etwas mehr. Alles ist verschlüsselt und geht nur dann an eine Fachperson, wenn du dem zustimmst. Details stehen in der Datenschutzerklärung.

Was kostet es?

Du startest kostenlos, ohne Kartendaten. Deine Einschätzung, die täglichen Tools und Hilfe für schwere Momente bleiben dauerhaft gratis. Ein optionales Abo schaltet die volle Bibliothek und Routinen frei, und menschliche Betreuung: Gruppen und 1:1-Sitzungen, die du buchen kannst. Keine versteckten Kosten.

Was, wenn ich rückfällig werde?

Ein Rückfall kommt vor und macht nicht zunichte, was du schon geschafft hast. HelpClinic hilft dir, am nächsten Morgen zurückzukommen, ohne Wertung, mit einem klaren nächsten Schritt.

Was kann ich tun, wenn Glücksspiel, Gaming oder das Handy die Kontrolle übernehmen?

Erschwere den Zugang für heute und plane, wie du die ersten Minuten eines starken Drangs überbrückst. Wenn Glücksspiel, Sportwetten, Gaming, Handy oder soziale Medien Zeit, Geld oder Beziehungen verdrängen und du trotz Folgen weitermachst, wende dich an eine Suchtberatungsstelle. Eine Suchtberatung online oder vor Ort kann mit dir konkrete nächste Schritte festlegen. In Deutschland erfolgt die Beratung auf Wunsch anonym und kostenfrei; eine Diagnose, ein Antrag oder eine Krankenversicherung sind dafür nicht nötig.

Was kann ich tun, wenn ich Pornografie zwanghaft anschaue?

Beobachte, wann du die Kontrolle über Zeit und Häufigkeit verlierst, und erschwere für den nächsten Abend den Zugang. Sprich mit einer psychotherapeutischen Fachperson, wenn erfolglose Versuche, weniger zu schauen, Heimlichkeit oder Folgen für Beziehungen und Alltag wiederkehren. Pornoschauen ist nicht als eigene Sucht klassifiziert, und Scham oder moralische Ablehnung allein belegen kein Problem. Beschreibe deshalb konkret, was du tust, was du vergeblich ändern wolltest und welche Folgen du bemerkst.

Was bringt eine Suchtberatung?

Eine Suchtberatung hilft dir, deine Situation einzuordnen und den nächsten passenden Schritt zu planen. Sie kann auch Angehörige beraten und zu Entgiftung, Entwöhnung oder weiterer Hilfe vermitteln. Du kannst dich direkt an eine Suchtberatungsstelle von Caritas, Diakonie oder AWO wenden; eine Überweisung brauchst du nicht.

Wann zur Suchtberatung?

Zur Suchtberatung kannst du gehen, sobald dich dein Konsum oder ein Verhalten beunruhigt, auch ohne Diagnose. Du musst nicht erst abstinent sein oder sicher wissen, ob es eine Sucht ist. HelpClinic kann dir helfen, Suchtdruck und Auslöser festzuhalten; eine Beratung oder Behandlung ersetzt es nicht.

HelpClinic

Hast du das Gefühl, dass es zu viel wird?

Wenn du in akuter Gefahr bist oder an Suizid denkst, rufe jetzt die passende Nummer unten an. HelpClinic ist kein Notfall- oder Krisendienst.

Akute Gefahr (Deutschland und EU)

112

TelefonSeelsorge (Deutschland)

0800 111 0 111

Sucht und Drogen, Hotline: 01806 313031 (täglich 8–24 Uhr, 0,20 € pro Anruf)

Andere Länder

Österreich

Notruf: 112

TelefonSeelsorge Österreich: 142 (rund um die Uhr, kostenlos, erscheint nicht auf der Rechnung)

Das sind externe Hilfetelefone, nicht HelpClinic. Notruf und Beratungsnummer sind kostenlos, die 112 gilt in der gesamten EU. Österreich steht unten. In der Schweiz erreichst du den Notruf über 112 und die Sanität über 144; bist du in einem anderen Land, findest du die dortigen Hilfetelefone auf findahelpline.com.

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