HelpClinic

Tägliche Unterstützung, zwischen einem Post und dem nächsten

Ständig online: Wenn Vergleiche, Hass und Sichtbarkeit dich auslaugen

Als Content Creator erlebst du, wie Social Media Hass, Vergleiche und den Druck verstärkt, ständig sichtbar zu sein. HelpClinic unterstützt dich im Alltag mit kurzen Selbsthilfe-Tools und KI-gestützten Routinen zwischen deinen Terminen. Wenn du mehr brauchst, kannst du mit einer Fachperson sprechen.

Reset nach einer Hasswelle

24/7
Eine Übung, die die Kommentare beruhigt, in 3 Minuten
so lange dauert es
3 Min.

Kümmere dich heute um dich, vertraulich, ohne Kamera und in deinem Tempo.

Häufigste Belastungen

  • Hasskommentare
  • Vergleiche
  • Immer online
  • Burnout
  • Ich vs Persona
Du bist nicht allein
Schließe dich Creator:innen an, die begonnen haben

Entwickelt mit Psycholog:innen und der Medizinischen Universität Łódź.

Kurze Texte, die den Anfang leichter machen

Wie du Kommentare liest, ohne sie persönlich zu nehmen

Lesen

Vielleicht willst du nur kurz sehen, wie ein Beitrag ankommt, und zehn Minuten später kreist alles um einen Satz. Eine spitze Bemerkung bleibt bis zum Dreh oder bis ins Bett im Kopf. Wenn dein Profil eng mit deiner Person verbunden ist, kann Kritik am Format wie ein Urteil über Aussehen, Charakter oder Wert wirken. Ohne konkrete Aufgabe bleibt die Kommentarspalte heute zu.

Öffne Kommentare nicht ohne Plan, besonders nicht vor dem Schlafen oder einem Dreh. Lege ein zehnminütiges Fenster fest und entscheide vorher den Zweck: moderieren, Fragen sammeln oder die Reaktion auf einen bestimmten Beitrag prüfen. Schreib den Zweck in einen kurzen Satz: „Ich suche heute Fragen für den nächsten Beitrag.“ Oder: „Ich prüfe nur, ob meine Erklärung verständlich war.“ Schalte Benachrichtigungen außerhalb dieses Fensters aus. Wenn du aus Gewohnheit trotzdem tippst, schließe die App sofort wieder und kehre erst im geplanten Fenster zurück.

Achte beim Lesen zuerst auf die Bedeutung, nicht auf den Ton. Ordne jeden schwierigen Kommentar einer von drei Gruppen zu: nützliche Information, persönliche Vorliebe oder Angriff. Nützliche Information benennt etwas, das du prüfen kannst, etwa eine unklare Stelle. Eine Vorliebe beschreibt, was jemand lieber sehen würde, ohne dass du daraus eine Pflicht ableiten musst. Ein Angriff zielt auf dich und braucht keine inhaltliche Auswertung. Frag dich: „Was genau könnte ich hier prüfen?“ Gibt es darauf keine klare Antwort, behandle den Satz nicht wie einen Arbeitsauftrag.

Leite aus einer nützlichen Information eine mögliche Handlung ab. Du kannst notieren: „Ich sehe mir die genannte Stelle später mit Abstand an.“ Wenn etwas unklar ist und die Person sachlich schreibt, kannst du senden: „Danke für den Hinweis. Kannst du sagen, auf welche Stelle du dich beziehst?“ Lass Vorlieben unbeantwortet. Verberge, blockiere oder melde Angriffe nach den Plattformregeln. Du musst sie nicht analysieren, um Widerstandskraft zu beweisen.

Bleibt ein Satz hängen, nutze Defusion: Sage „Ich habe den Gedanken, dass dieser Kommentar meinen Wert bestimmt“, statt „Die Person hat recht“. Nenne danach drei meinungsunabhängige Fakten, etwa das Ziel des Beitrags, deine Arbeit und die Reaktion eines vertrauten Menschen. Formuliere sie konkret: „Der Beitrag sollte eine Frage beantworten.“ „Ich habe ihn geplant, aufgenommen und veröffentlicht.“ „Eine vertraute Person hat verstanden, was ich sagen wollte.“ Wenn der Kommentar wieder in deinen Gedanken auftaucht, wiederhole nicht die Debatte. Benenne erneut, dass es ein Gedanke ist, und richte die Aufmerksamkeit auf das, was gerade vor dir liegt.

Wenn der erste Versuch nicht reicht, ändere den Ablauf. Lass schwierige Kommentare zunächst ungelesen und bitte eine vertraute Person, nur Fragen und brauchbare Hinweise weiterzugeben. Du kannst schreiben: „Ich merke, dass mich die Kommentare heute stärker treffen. Bitte schick mir nur Dinge, auf die ich wirklich reagieren muss.“ Gibt es niemanden dafür, speichere keine Sammlung verletzender Sätze. Notiere stattdessen knapp, was erledigt werden muss: blockieren, melden oder später sachlich prüfen. Öffnest du die App immer wieder, lege das Gerät außer Reichweite und entscheide, was du als Nächstes tust. Schließe nach Ablauf der Zeit die App und wechsle bewusst: Stehe auf, trinke Wasser und schaue kurz weg vom Bildschirm.

Deine Umstände bestimmen, wie dieser Plan aussieht. Wenn du allein lebst oder keine Familie in der Nähe hast, vereinbare mit einer vertrauten Person, dass ihr euch nach dem Kommentarfenster kurz schreibt. Bei Schichtarbeit zählt nicht die Uhrzeit, sondern der Abstand zu Schlaf und Dreh. Ist kein Geld für zusätzliche Hilfe da, nutze zunächst das, was schon erreichbar ist: eine Notiz, die Plattformfunktionen und einen vertrauten Kontakt. Bei einer Sprachbarriere fasse den Kommentar zuerst in der Sprache zusammen, in der du dich sicher fühlst. Prüfe dann nur den sachlichen Kern. Du musst eine Beleidigung nicht übersetzen, um sie zu moderieren.

Beobachte nach dem Schließen der App, was tatsächlich passiert. Es ist Zeit, professionelle Unterstützung zu suchen oder deine Fachperson einzubeziehen, wenn du das Kommentarfenster wiederholt nicht einhalten kannst, Kommentare ständig prüfst, vor dem Schlafen nicht aufhören kannst, Drehs oder Veröffentlichungen vermeidest oder Gespräche fast nur noch um Reaktionen kreisen. Schreib konkrete Beispiele auf: „Ich habe die App trotz meines Plans immer wieder geöffnet.“ „Ich habe einen Dreh abgesagt, weil ich den Kommentar nicht aus dem Kopf bekam.“ Nimm diese Notiz zum nächsten Termin mit der Fachperson, die dich begleitet. Sind Drohungen konkret, sichere Belege, nutze die Sicherheitsfunktionen der Plattform und erwäge eine Meldung an zuständige Stellen.

Burnout als Creator: Signale, die du nicht ignorieren solltest

Lesen

Content verbindet Arbeit, Selbstbild und Reaktionen des Publikums. Deshalb wirkt Überlastung oft wie persönliches Versagen: Du wachst auf und prüfst sofort die Kennzahlen, verwirfst eine Idee schon vor dem Dreh oder nimmst einen abwertenden Kommentar mit in den Abend. Selbst freie Stunden fühlen sich dann wie Rückstand an. Ein wöchentlicher Check macht sichtbar, ob du nur nach einer anstrengenden Woche müde bist oder ob sich ein Muster festsetzt.

Wähle jede Woche einen ruhigen Zeitpunkt und schreibe vier Überschriften auf: Energie, Ideen, Verhältnis zum Publikum und Leben außerhalb des Bildschirms. Notiere darunter nur beobachtbares Verhalten. Zum Beispiel: „Ich habe den geplanten Dreh verschoben“, „Nach dem Posten habe ich bis zum Schlafengehen die Kennzahlen geprüft“ oder „Beim Treffen mit Freunden habe ich weiter über Kommentare nachgedacht.“ Schreibe nicht: „Ich bin faul“ oder „Ich bin nicht gut genug.“ Vergleiche den Eintrag mit den vorherigen, statt deinen Wert zu bewerten.

Gehe die vier Bereiche immer in derselben Reihenfolge durch. Frage bei Energie: Bringt Schlaf oder freie Zeit spürbare Entlastung? Bei Ideen: Fehlt gerade ein Einfall, oder löst schon der Gedanke an jeden Post Reizbarkeit aus? Beim Publikum: Kannst du Kennzahlen und Kommentare nach Feierabend liegen lassen? Beim Leben außerhalb des Bildschirms: Machen dir Dinge ohne Contentbezug noch Freude? Eine schwache Woche bedeutet nicht Burnout. Relevant wird der Eintrag, wenn dasselbe Muster bleibt und Schlaf, Beziehungen oder Alltag beeinträchtigt.

Wähle danach genau eine Belastung, die du für sieben Tage reduzierst. Streiche das unwichtigste Format, bündele Drehs oder plane einen Tag ohne Veröffentlichung und Analytics. Lege vorher fest, was entfällt, damit der freie Platz nicht sofort mit einer neuen Idee gefüllt wird. An Mitarbeitende kannst du schreiben: „Für die nächsten sieben Tage pausiere ich das Format am Donnerstag. Bitte plant in diesem Zeitraum keine Ersatzaufgabe ein. Am Ende der Woche entscheide ich anhand meiner Notizen, wie es weitergeht.“

Wenn der Druck vom Publikum kommt, musst du deine Erschöpfung nicht öffentlich erklären. Eine klare, knappe Nachricht reicht: „Diese Woche erscheint weniger Content. Den nächsten Beitrag veröffentliche ich wie angekündigt.“ Lege außerdem einen Zeitpunkt fest, zu dem du Kommentare und Kennzahlen ansiehst, und schließe sie danach wieder. Falls jemand im Team Nachrichten sichtet, bitte konkret: „Schick mir heute nur Nachrichten, auf die wir wirklich antworten müssen. Alles andere sehe ich beim nächsten geplanten Check.“

Funktioniert der erste Versuch nicht, prüfe nicht sofort deine Disziplin, sondern den Ablauf. Ist aus dem gestrichenen Format ein zusätzlicher Dreh, mehr Bearbeitung oder ständiges Prüfen der Kennzahlen geworden? Entferne diese Ersatzaufgabe und verkleinere den Plan erneut. Wenn eine Zusage die Pause verhindert, schreibe der betreffenden Person: „Ich kann diese Woche entweder den geplanten Beitrag fertigstellen oder das zusätzliche Format übernehmen. Beides schaffe ich nicht verlässlich. Bitte sag mir, was Vorrang hat.“ Bleibt alles gleich, nimm beim nächsten Versuch eine andere Belastung heraus.

Passe den Check an deinen Alltag an. Wenn du allein wohnst oder keine Familie in der Nähe hast, vereinbare mit einer vertrauten Person einen kurzen Kontakt und sende: „Ich prüfe gerade, ob mein Arbeitstempo mich dauerhaft überlastet. Kann ich dir nach meinem Wochencheck kurz schreiben, was mir aufgefallen ist?“ Bei Schichtarbeit zählt kein bestimmter Wochentag, sondern ein wiederkehrender Zeitpunkt nach deiner längeren Ruhephase. Wenn du kein Geld für zusätzliche Hilfe hast, beginne mit Schritten, für die du nichts kaufen musst: ein Format streichen, Drehs bündeln, Analytics schließen und Notizen führen. Kläre vor einem Gespräch mit einer Fachperson: „Ich möchte vorab wissen, ob für das Gespräch Kosten entstehen.“ Bei einer Sprachbarriere notierst du deine Beobachtungen zuerst in der Sprache, in der sie dir leichter fallen. Frage dann: „Ich kann meine Beobachtungen in meiner vertrauten Sprache genauer beschreiben. Kann ich meine Notizen mitbringen und nachfragen, wenn ich etwas nicht verstehe?“

Beziehe eine ärztliche oder psychologische Fachperson ein, wenn die Erschöpfung trotz der reduzierten Belastung anhält oder das Funktionieren erschwert. Beobachtbare Hinweise sind wiederholt verschobene Arbeit, Schlaf, der regelmäßig durch Posten oder Prüfen der Kennzahlen kürzer wird, Rückzug aus Beziehungen oder fehlende Freude an Dingen ohne Contentbezug. Der Check ist keine Diagnose. Nimm deine Einträge und den erfolglosen Entlastungsversuch mit und sage: „Seit einiger Zeit bleibt die Erschöpfung auch nach freier Zeit bestehen. Ich verschiebe Arbeit, beschäftige mich nach Feierabend weiter mit Kennzahlen und merke Auswirkungen auf meinen Schlaf und meine Beziehungen. Ich möchte das fachlich einordnen lassen und besprechen, was ich als Nächstes tun soll.“

Wenn Likes zur Bestätigung werden: den Kreislauf durchbrechen

Lesen

Du veröffentlichst einen Beitrag, legst das Handy weg und greifst kurz darauf wieder danach. Ein Blick auf Likes führt zum nächsten. Vielleicht vergleichst du den Start mit älteren Beiträgen, liest denselben Kommentar mehrmals oder willst Text, Bild oder Video sofort ändern. Die Zahlen bestimmen dann, ob du dich erleichtert, beschämt oder unruhig fühlst. Genau an diesem Ablauf setzt der Plan an.

Lege vor dem nächsten Post zwei feste Prüfzeiten fest und schreibe sie sichtbar auf. Notiere daneben, wann Analytics für den Tag endet. Schalte Benachrichtigungen aus, entferne die App vom Startbildschirm und schließe offene Analytics Fenster. Falls du die App für deine Arbeit brauchst, entscheide vorher, welche Aufgabe du dort erledigst. Sage dir: „Ich veröffentliche jetzt. Die Zahlen sehe ich zu meinen festgelegten Zeiten an. Nach der zweiten Prüfzeit öffne ich Analytics heute nicht mehr.“

Definiere anschließend drei Erfolgskriterien ohne Reaktionszahlen. Schreibe vor der Veröffentlichung: „Der Beitrag sagt, was ich sagen wollte. Er passt zu meinen Werten. Der Prozess war für mich langfristig machbar.“ Bewerte diese Punkte direkt nach dem Posten und ergänze jeweils einen kurzen Grund. Erst danach legst du den Beitrag beiseite. So steht deine eigene Bewertung bereits fest, bevor du die Reaktionen siehst.

Wenn der Impuls zum Nachsehen auftaucht, benenne ihn genau: „Ich suche gerade Bestätigung. Ich sehe zur vereinbarten Zeit nach.“ Lege das Handy außer Reichweite, gehe zehn langsame Schritte und widme dich fünf Minuten einer geplanten Tätigkeit. Der Drang darf währenddessen da sein. Du musst weder mit ihm diskutieren noch sofort dafür sorgen, dass er verschwindet. Springen deine Gedanken zurück zu den Zahlen, lies deinen Satz erneut und bleibe bis zum Ende der fünf Minuten bei der Tätigkeit.

Eine andere Person kann helfen, ohne deinen Beitrag zu bewerten. Du kannst schreiben: „Ich habe gerade gepostet und möchte ständig nachsehen. Schreib mir bitte bis zu meiner nächsten Prüfzeit über etwas anderes.“ Für eine spätere Rückfrage passt: „Kannst du mich heute fragen, ob ich mich an meine zwei Zeiten gehalten habe? Ich brauche gerade keine Meinung zum Beitrag.“ Falls dir jemand ungefragt Zahlen schickt, antworte: „Bitte schick mir die Reaktionen heute nicht. Ich sehe sie zu meinen festgelegten Zeiten selbst an.“

Siehst du trotzdem früher nach, erkläre den Plan nicht für gescheitert. Schließe Analytics wieder und notiere, was unmittelbar davor passiert ist: eine Benachrichtigung, ein abwertender Kommentar, Leerlauf nach dem Posten oder Sorge wegen einer Zusammenarbeit. Stelle die Barriere danach passend ein. Lege das Handy weiter weg, schließe den Browser oder entferne die App erneut vom Startbildschirm. Waren die zwei Prüfzeiten wegen deiner Arbeit unpraktisch, verschiebe sie vor dem nächsten Post. Lege sie nicht erst fest, wenn der Drang bereits da ist.

Wenn du allein lebst oder keine Familie in der Nähe hast, kann eine vorbereitete Nachricht die fehlende Rückfrage ersetzen. Schreibe dir selbst: „Ich muss jetzt nichts entscheiden. Meine nächste Prüfzeit steht fest.“ Bitte bei Bedarf eine vertraute Person, dir später nur nach dem Plan zu fragen. Bei einer Sprachbarriere formulierst du diesen Satz zuerst in der Sprache, in der du Gefühle am genauesten ausdrücken kannst. Für andere kannst du speichern: „Ich möchte heute nicht über Zahlen sprechen. Frag mich bitte, ob ich meinen Plan eingehalten habe.“

Bei Schichtarbeit müssen die zwei Zeiten nicht jeden Tag auf dieselbe Uhrzeit fallen. Knüpfe sie an wiederkehrende Punkte deiner Schicht, etwa eine ruhige Pause und das Arbeitsende, und notiere sie vor dem Posten. Musst du während der Arbeit Analytics öffnen, schreibe vorher die konkrete Aufgabe auf und schließe die Ansicht danach wieder. Geld brauchst du für diese Barrieren nicht. Nutze die vorhandenen Benachrichtigungseinstellungen, verschiebe das App Symbol und lege einen Zettel mit den Prüfzeiten neben deinen Arbeitsplatz.

Sieh nach einer Woche auf deine Notizen. Professionelle Unterstützung ist angebracht, wenn du trotz angepasster Barrieren wiederholt außerhalb der zwei Zeiten nachsiehst, geplante Tätigkeiten dafür abbrichst, beim Essen oder statt zu schlafen Analytics öffnest oder Beiträge aus dem Impuls heraus löschst und änderst. Das gilt auch, wenn Kommentare und Vergleiche deine Gedanken so stark beschäftigen, dass du Arbeit oder Gespräche wiederholt nicht zu Ende bringst. Nimm deine Aufzeichnungen zu einem professionellen Gespräch mit. Du kannst sagen oder senden: „Seit einer Woche versuche ich, meine Analytics nur zu festen Zeiten anzusehen. Ich schaffe es wiederholt nicht und unterbreche dafür andere Tätigkeiten. Ich möchte besprechen, wie ich damit umgehen kann.“

Das echte Ich gegen das Ich auf dem Bildschirm

Lesen

Dein Bildschirm-Ich muss nicht falsch sein, nur weil du auswählst, schneidest und planst. Schwierig wird es, wenn du erst beim Veröffentlichen entscheidest, was privat bleiben soll. Vielleicht formulierst du Erlebnisse schon währenddessen als Content, beobachtest deine Reaktion aus Sicht des Publikums oder sagst einer nahestehenden Person zu schnell zu, etwas zeigen zu dürfen. Dann fehlt zwischen Erleben und Veröffentlichen der Moment, in dem du selbst wählen kannst.

Zeichne drei Kreise und beschrifte sie mit öffentlich, privat mit Vertrauten und nur für mich. Ordne konkrete Themen, Beziehungen, Orte und Gefühle ein. Berufliche Ansichten können öffentlich sein. Ein gemeinsamer Abend kann privat bleiben. Ein frisches Erlebnis darf nur dir gehören. Wenn etwas in mehrere Kreise zu passen scheint, stelle zwei Fragen: „Würde ich das auch erzählen, wenn niemand darauf reagieren könnte?“ und „Betrifft meine Entscheidung noch einen anderen Menschen?“ Bleibt die Antwort unklar, verschiebe das Thema vorerst nach innen.

Gehe vor einem Beitrag immer in derselben Reihenfolge vor. Benenne zuerst das Gefühl, das gerade da ist. Schreibe dann in einem Satz auf, was der Beitrag erreichen soll. Ordne das Thema einem Kreis zu und frage betroffene Personen, bevor du etwas über sie veröffentlichst. Zum Schluss frage dich: „Teile ich das aus freier Entscheidung oder möchte ich schnell Spannung senken, Nähe herstellen oder Erwartungen erfüllen?“ Bei starken Gefühlen gilt weiter die Verzögerungsregel: Speichere einen Entwurf und kehre morgen zurück.

Grenzen dürfen kurz sein. Dem Publikum kannst du sagen: „Diesen Teil meines Lebens zeige ich nicht.“ Wenn jemand nachfragt, reicht: „Ich verstehe die Neugier, aber meine Entscheidung steht fest.“ Einer vertrauten Person kannst du schreiben: „Ich möchte darüber sprechen, aber nicht darüber posten.“ Bei Druck rund um einen Beitrag passt: „Ich entscheide erst morgen, ob das öffentlich wird.“ Du musst keine private Geschichte liefern, damit deine Grenze verständlich wirkt.

Frage dich nach dem Posten nicht sofort, ob der Beitrag gut ankommt. Frage zuerst: „Fühlt sich das noch nach meiner Entscheidung an?“ Achte darauf, ob du dich stimmig, bloßgestellt oder reuig fühlst. Wenn du etwas zurücknehmen möchtest, ändere oder entferne den Beitrag, soweit du das selbst entscheiden kannst. Funktioniert die erste Grenze nicht, verschiebe das Thema in einen inneren Kreis. Sage dabei: „Ich habe gemerkt, dass mir das zu öffentlich ist. Ich werde dazu nichts Weiteres teilen.“ Wiederhole diesen Satz, statt neue Erklärungen zu suchen.

Wenn du allein wohnst oder keine Familie in der Nähe hast, kann eine vertraute Person auch aus der Ferne deinen Entwurf lesen. Schreibe: „Kannst du mir sagen, ob das nach einer freien Entscheidung klingt oder nach Druck?“ Bei Schichtarbeit bedeutet morgen die Zeit nach deiner nächsten längeren Schlafphase. Wenn du kein Geld für zusätzliche Unterstützung ausgeben kannst, genügen Papier, Notizen oder eine Nachricht an dich selbst für die drei Kreise. Bei einer Sprachbarriere bereite deinen Grenzsatz in der Sprache vor, in der du dich sicher ausdrückst: „Ich kann das besser schriftlich erklären. Dieser Teil bleibt privat.“

Baue außerdem einen klaren Übergang aus der Rolle heraus ein. Beende die Aufnahme, lege das Gerät weg und notiere offene Aufgaben, bevor du Kommentare liest. Frage danach: „Was brauche ich gerade, wenn niemand zusieht?“ Wenn du trotzdem weiter an Reaktionen denkst, entscheide vorher, wann du den Beitrag wieder ansiehst. Misslingt auch das, bitte eine vertraute Person um Hilfe: „Ich merke, dass ich mich nicht lösen kann. Bleib bitte kurz bei mir, ohne den Beitrag zu bewerten.“

Es ist Zeit, eine Fachperson einzubeziehen, wenn sich die Grenze trotz wiederholter Versuche nicht halten lässt und die Folgen sichtbar werden. Dazu gehört, dass du wegen Kommentaren nicht schlafen kannst, Mahlzeiten auslässt, Arbeit absagst, Gespräche vermeidest oder gegen deine eigene Entscheidung immer wieder Privates veröffentlichst. Auch anhaltende starke Anspannung vor und nach Beiträgen ist ein konkreter Anlass. Du kannst sagen oder schreiben: „Ich verliere bei Veröffentlichungen die Kontrolle über meine Grenzen. Das beeinträchtigt meinen Schlaf, meinen Alltag und meine Beziehungen. Ich möchte besprechen, wie ich damit umgehen kann.“

Die passende Beratungsstelle für seelische Gesundheit

Lesen

Vielleicht prüfst du morgens zuerst Kommentare, vergleichst deine Zahlen ständig oder bleibst online, obwohl du längst aufhören wolltest. Hasskommentare beschäftigen dich noch Stunden später. Verabredungen fallen aus, weil du Inhalte fertigstellen musst oder dich nach einem Post zurückziehen willst. Vielleicht wissen andere auch nicht, wie erschöpft du bist, weil deine öffentliche Rolle weiter freundlich und souverän wirkt. Solche konkreten Veränderungen kannst du bei einer Beratungsstelle nennen, ohne vorher selbst erklären zu müssen, was mit dir los ist.

Wenn dein Alltag kippt und du nicht weißt, welche Hilfe passt, kannst du dich zunächst an eine örtliche Beratungsstelle von Caritas, Diakonie oder AWO wenden. In einer Krise oder bei einer schweren psychischen Belastung ist für Erwachsene auch der Sozialpsychiatrische Dienst beim Gesundheitsamt eine Anlaufstelle. Suche nach „Sozialpsychiatrischer Dienst“ und deinem Wohnort. Öffne zuerst die offizielle Kontaktseite, notiere die Kontaktzeiten und entscheide dann, ob du anrufst oder eine schriftliche Anfrage schickst. So musst du die Suche nicht fortsetzen, während du bereits erschöpft bist.

Bereite für den ersten Kontakt drei kurze Angaben vor: Was passiert gerade, woran merkst du die Belastung im Alltag und wobei brauchst du Hilfe? Du kannst sagen: „Seit einiger Zeit kontrolliere ich Reaktionen auf meine Inhalte bis spät am Abend. Nach Hasskommentaren kann ich kaum weiterarbeiten und sage private Termine ab. Ich brauche eine erste Einschätzung, welche Hilfe passt.“ Wenn du deinen Beruf nicht erklären möchtest, reicht: „Ich bin psychisch stark belastet und schaffe meinen Arbeitstag kaum noch. Können Sie mir sagen, ob ich bei Ihnen richtig bin?“

Frage anschließend nach dem nächsten konkreten Schritt: „Ist ein erstes Gespräch vor Ort oder telefonisch möglich?“ und „Was soll ich zum Termin mitbringen?“ Wiederhole Datum, Uhrzeit und Kontaktweg am Ende des Gesprächs. Trage alles sofort in deinen Kalender ein. Wenn du allein wohnst oder keine Familie in der Nähe hast, stelle zusätzlich eine Erinnerung ein. Du kannst einer vertrauten Person schreiben: „Ich habe am [Tag] einen Termin. Bitte frag mich danach, ob ich dort war und was als Nächstes ansteht.“

Wenn niemand antwortet, notiere Datum und Uhrzeit und versuche es erneut zu den angegebenen Kontaktzeiten. Bleibt auch dieser Versuch ohne Ergebnis, kontaktiere eine andere der genannten Beratungsstellen. Wirst du weiterverwiesen, frage: „Wie heißt die passende Stelle genau und wie kann ich sie erreichen?“ Falls du dich im ersten Gespräch nicht verstanden fühlst, beschreibe statt eines allgemeinen Gefühls zwei beobachtbare Folgen. Zum Beispiel: „Ich breche meine Arbeit ab, lese Kommentare bis spät am Abend und sage Termine ab. Welche Unterstützung ist dafür möglich?“

Bei Schichtarbeit kannst du direkt fragen: „Ich arbeite zu wechselnden Zeiten. Welche Kontaktmöglichkeit passt, wenn ich während Ihrer üblichen Zeiten nicht telefonieren kann?“ Wenn du kein Geld ausgeben kannst, kläre Kosten vor einer Zusage: „Entstehen für das Gespräch Kosten? Ich kann derzeit nichts bezahlen und möchte das vor dem Termin wissen.“ Bei einer Sprachbarriere kannst du schreiben: „Ich kann ein schwieriges Gespräch auf Deutsch nicht sicher führen. Ist das Gespräch in [Sprache] möglich, oder wie kann ich mich auf die Verständigung vorbereiten?“ Wenn Telefonate schwerfallen, lies deinen vorbereiteten Text ab oder sende ihn als schriftliche Anfrage.

Wenn du eine psychotherapeutische Behandlung abklären möchtest, vereinbare direkt eine psychotherapeutische Sprechstunde. Eine Überweisung vom Hausarzt ist dafür nicht nötig. Die 116117 vermittelt Termine für diese Sprechstunde. Du kannst sagen: „Ich möchte eine psychotherapeutische Behandlung abklären und brauche einen Termin für eine psychotherapeutische Sprechstunde.“ Hast du bereits das Formular PTV 11 mit Dringlichkeitscode, nenne den Code bei der Terminservicestelle. Ein Therapieplatz oder Kassenplatz kann danach weiterhin Thema sein. Für eine Krankschreibung bleibt dein Hausarzt oder deine Hausärztin zuständig.

Beziehe eine Fachperson ein, wenn die Belastung sichtbar in deinen Alltag greift: Du sagst wiederholt Arbeit oder private Termine ab, kannst Inhalte nicht mehr beenden, liest Kommentare weiter, obwohl du aufhören willst, oder schaffst grundlegende Aufgaben nicht. Melde dich dann bei der Beratungsstelle oder beim Sozialpsychiatrischen Dienst und nenne die Veränderungen konkret. Bis zu einem Termin kann HelpClinic dir täglich helfen, Gefühle zu benennen, einen schwierigen Abend zu überstehen und Gespräche vor- oder nachzubereiten. Der KI-Begleiter ist kein Therapeut und kein Krisendienst. HelpClinic bietet Selbsthilfe-Werkzeuge, KI-geführte Routinen zwischen Terminen und Zugang zu einer Fachperson. Bei unmittelbarer Gefahr für dich oder andere ist eine Notaufnahme zuständig. Öffne dann den Kontaktblock dieser Seite und nutze die dortigen Notfall- und Hilfsnummern, nicht die Anmeldung bei HelpClinic.

Du bist jeden Tag online; nimm dir täglich eine Pause

Als Content Creator kannst du klare Grenzen für Posts, Kommentare und deine Erreichbarkeit setzen. HelpClinic ist keine Therapie und keine Behandlung. Mit kurzen Selbsthilfe-Tools und KI-gestützten Routinen legst du für heute fest, wann du nicht online bist und welche Nachrichten bis morgen warten. Wenn der Druck anhält oder deinen Alltag stark beeinträchtigt, kannst du eine psychotherapeutische Sprechstunde vereinbaren; dafür brauchst du keine Überweisung.

Onlinezeit
6 Std. 38 Min.so lange sind Internetnutzende weltweit im Schnitt täglich online
Zwischen Terminen
Tägliche RoutineDer KI-Begleiter schlägt kurze Übungen für die kommenden Tage vor. Er ist weder Therapeut:in noch Krisendienst.
Digitale Grenzen
OfflinezeitWenn Benachrichtigungen ausgeschaltet und feste Zeiten zum Prüfen des Accounts festgelegt werden, sind Veröffentlichen und Erholung klarer voneinander getrennt.

„Das Erstellen konnte ich tragen. Was ich nicht tragen konnte, war, es nie abschalten zu können.“

Vom ersten Signal zu dauerhafter Veränderung

Check-in: Wie geht’s im Kopf?

Ein kurzer Check-in: wo du nach den heutigen Kommentaren und Vergleichen stehst.

Tools für schwere Momente

Fundierte Atemübungen, Journaling-Impulse sowie Techniken aus KVT und ACT, verfügbar, wenn du sie brauchst.

Routinen, Schritt für Schritt

KI-gestützt wählen Algorithmen das nächste Tool und ordnen deine Routine Tag für Tag. Bei anhaltenden Angriffen kannst du mit einer Fachperson sprechen.

Therapeut:in 1:1, wenn du willst

Wenn Selbsthilfe nicht ausreicht, kannst du eine Einzelsitzung mit einer geprüften Fachperson buchen.

Häufig gestellte Fragen

Ersetzt HelpClinic eine Therapie?

Nein. HelpClinic bietet tägliche Unterstützung zwischen und vor den Sitzungen. Es gibt dir Werkzeuge für den Moment, und du kannst bei Bedarf eine Sitzung mit einer geprüften Fachperson buchen. Eine Therapie oder Hilfe in der Krise ersetzt es nicht.

Was ist der „KI-Begleiter“: ist das ein:e Therapeut:in?

HelpClinic ist KI-gestützt: Es wählt das nächste Tool aus und ordnet deine tägliche Routine. Es ist weder Therapeut:in noch Krisendienst und erkennt eine Krise möglicherweise nicht. Bei akuter Gefahr nutze die Nummern unten.

Ist das anonym?

Nein. Du meldest dich selbst mit einigen Basisdaten an, für einen Termin bei einer Fachperson braucht es etwas mehr. Alles ist verschlüsselt und geht nur dann an eine Fachperson, wenn du dem zustimmst. Details stehen in der Datenschutzerklärung.

Hilft es bei Hass und beim Lesen von Kommentaren?

Ja. Du findest Werkzeuge für eine Welle der Kritik, Übungen gegen die Angst vor Bewertung und Wege zu gesünderen Grenzen mit Handy und Plattformen.

Was kostet es?

Du startest kostenlos, ohne Kartendaten. Deine Einschätzung, die täglichen Tools und Hilfe für schwere Momente bleiben dauerhaft gratis. Ein optionales Abo schaltet die volle Bibliothek und Routinen frei, und menschliche Betreuung: Gruppen und 1:1-Sitzungen, die du buchen kannst. Keine versteckten Kosten.

Welcher Arzt bei seelischen Problemen?

Die Hausärztin oder der Hausarzt ist oft die erste Anlaufstelle. Du kannst am Empfang sagen: „Ich brauche zeitnah einen Termin, weil es mir psychisch nicht gut geht.“ Für eine psychotherapeutische Sprechstunde brauchst du keine Überweisung; einen Termin vermittelt auch die Terminservicestelle 116117.

Wo kann ich hin, wenn es mir psychisch nicht gut geht?

Du kannst dich an deine Hausarztpraxis, eine psychotherapeutische Sprechstunde oder eine Beratungsstelle wenden. Die Terminservicestelle 116117 vermittelt eine Sprechstunde. Bei unmittelbarer Gefahr sind der Notruf und die Hilfen im Kontaktblock zuständig; HelpClinic ist kein Krisendienst.

HelpClinic

Hast du das Gefühl, dass es zu viel wird?

Wenn du in akuter Gefahr bist oder an Suizid denkst, rufe jetzt die passende Nummer unten an. HelpClinic ist kein Notfall- oder Krisendienst.

Akute Gefahr (Deutschland und EU)

112

TelefonSeelsorge (Deutschland)

0800 111 0 111
Andere Länder

Österreich

Notruf: 112

TelefonSeelsorge Österreich: 142 (rund um die Uhr, kostenlos, erscheint nicht auf der Rechnung)

Das sind externe Hilfetelefone, nicht HelpClinic. Notruf und Beratungsnummer sind kostenlos, die 112 gilt in der gesamten EU. Österreich steht unten. In der Schweiz erreichst du den Notruf über 112 und die Sanität über 144; bist du in einem anderen Land, findest du die dortigen Hilfetelefone auf findahelpline.com.

Unterstützung im Moment